107. Tour de France eine slowenische Angelegenheit

Favoritencheck

Sassenage (dpa) - Bei der 107. Tour de France bahnt sich ein slowenischer Doppelsieg an. Nach 15 Etappen und 2648,5 Kilometern liegt Primoz Roglic in der Gesamtwertung 40 Sekunden vor seinem Landsmann Tadej Pogacar.

Vorjahressieger Egan Bernal ist bereits raus dem Rennen, und auch die anderen kolumbianischen Kletterspezialisten sind bereits im Hintertreffen.

Die Tour-Favoriten im Check:

ROGLIC, PRIMOZ (Slowenien/1. Platz): Hat der frühere Skispringer überhaupt keine Schwächen? Auch am Grand Colombier war der Vuelta-Champion jederzeit Herr der Lage. Nicht einmal auf den steilen Rampen konnten ihm die Konkurrenten etwas anhaben. Sein erster Tour-Triumph wird immer wahrscheinlicher. Denn die Berge werden weniger und im Bergzeitfahren am vorletzten Tag nach La Planche des Belles Filles wird er eher noch Zeit herausholen.

POGACAR, TADEJ (Slowenien/2./0:40 Minuten zurück): Der Youngster ist die größte Gefahr für Roglic. Denn Pogacar ist unberechenbar. «Alles oder nichts», ist sein Motto. Das könnte bei Roglics Super-Team Jumbo-Visma für Unordnung sorgen. Will er in Paris ganz oben stehen, muss er aber noch ordentlich Zeit auf seinen Landsmann herausfahren. Weitere Attacken sind garantiert. «Im Moment scheint er nicht zu stoppen zu sein. Aber vielleicht gibt es einen Tag, wo er Schwächen zeigt», meinte Pogacar. Allerdings ist er dabei auf sich allein gestellt. Sein UAE-Team wird ihm nicht viel helfen können.

URAN, RIGOBERTO (Kolumbien/3./1:34): Der Mann aus Urrao agiert wie gewohnt im Hintergrund. Die Erfahrung ist der große Trumpf des 33-Jährigen. Er weiß seine Kräfte bestens einzuteilen. Uran bestreitet bereits die 19. große Rundfahrt seiner Karriere, sieben Mal schaffte er es bereits unter die besten Zehn. Sein größter Erfolg war der zweite Platz bei der Tour 2017. Dass er es in Gelb nach Paris schafft, ist aber eher unwahrscheinlich. An die Slowenen kommt er nicht heran. Ein Podestplatz ist aber in Reichweite.

LOPEZ, MIGUEL ANGEL (Kolumbien/4./1:45): Der Mann aus Pesca ist ein Heißsporn. Nachdem er beim Giro d'Italia von einem Zuschauer zu Fall gebracht worden war, revanchierte er sich mit einigen Schlägen. Dieses Temperament braucht er auch auf dem Rad, um in den Spitzenkampf noch eingreifen zu können. Bislang schafft es der Astana-Fahrer mit Mühe, das Tempo der slowenischen Stars mitzuhalten. Seine Hoffnungen dürften auf der 17. Etappe am Mittwoch zum 2304 Col de la Loze ruhen. Das ist genau sein Terrain - wie daheim in Kolumbien.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-547190/4

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