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Der Radio Vest Winterservice

Foto: lassedesignen - Fotolia

 

Sind Sie richtig auf das Wetter vorbereitet?

Bei Schnee und Frost müssen vor allem unser Haus bzw. unsere Wohnung, das Auto, der Garten, unsere Haustiere und natürlich unsere Gesundheit wetterfest gemacht werden.

Wir haben für Sie einmal zusammen gefasst, an was man alles denken sollte:

Haus und Wohnung
Foto: Christian Schwier - fotolia

Streu- und Räumpflicht
Als Mieter oder Vermieter eines Gebäudes sind Sie verpflichtet, vor dem Haus Schnee zu räumen und zu streuen. Ob Vermieter oder Mieter zuständig ist, steht in Ihrem Mietvertrag. Grundsätzlich muss morgens ab 7.00 Uhr, spätestens ab 8.00 Uhr und abends bis 21.00 Uhr gestreut und der Schnee entfernt werden. In der Nacht muss nicht gestreut werden. Bei Dauerschneefall tagsüber müssen Sie allerdings mehrmals ran.

Heizung
Bei langer Kälte machen viele Heizungen irgendwann schlapp. Der Vermieter ist jedoch in der Pflicht, dass der Mieter die Wohnung auf mindestens 20 Grad aufwärmen kann. Ansonsten kann Mietminderung beantragt werden. Außerdem sollte man das Thermostatventil am Heizkörper niemals kleiner als auf eins einstellen.

Wasserleitung
Bei anhaltender Kälte kann auch die Wasserleitung einfrieren. Besonders gefährdet sind Leitungen, welche im Freien oder außen am Gebäude verlegt sind. Diese sollten rechtzeitig abgesperrt und entleert werden, raten die Stadtwerke.
Aber auch Wasserleitungen innerhalb von Räumen sind betroffen. Deshalb gilt, bei einer längeren Kältewelle unbedingt Keller- und Dachfenster schließen, die oft großen Fugen bei älteren Fenstern abdichten und frei liegende Rohre und Armaturen isolieren.

Auto
Foto: Alex Talash - Radio Hagen

Startprobleme
Wenn der Motor morgens nicht anspringen will, liegt das meistens an der Batterie. Deren Leistungsfähigkeit nimmt bei Frost stark ab. Zusätzlich braucht es beim Start in der Kälte mehr Energie. Ältere Batterien machen da schnell schlapp. Unser Tipp: Lassen Sie Ihre Batterieleistung in der Autowerkstatt testen und schaffen Sie sich, wenn nötig, eine neue an.
Eine schlappe Batterie können Sie mit einer heißen Wärmflasche wieder auf Trab bringen. Zehn Minuten auf der Batterie liegen lassen und warten, bis der Stromspender sich erwärmt hat. Womöglich klappt es dann mit dem Start. Auch moderne Autos dürfen im Ernstfall überbrückt werden. Achten Sie nur darauf, dass beim Abnehmen des Starthilfekabels möglichst viele elektrische Verbraucher im Pannenfahrzeug laufen - sonst kann es zu gefährlichen Spannungsschwankungen kommen. Startschwierigkeiten bei älteren Diesel-Fahrzeugen können Sie mit neuem Motoröl entgegenwirken. Tauschen Sie das alte Öl gegen eines mit niedrigerer Viskosität aus, dann springt der Wagen leichter an. Auch neue Glühkerzen können Abhilfe schaffen.
Der Start mit kaltem Motor strapaziert Lager und Schmierflächen, deswegen wechseln Sie nicht sofort in den hohen Drehzahlbereich.

Das Frostschutzmittel im Kühler wirkt je nach Automodell bis zu -25°C. Auch wenn es nachts einmal noch kälter wird, friert der Kühler in der Regel nicht sofort ein - dafür müsste die extreme Kälte schon mehrere Tage anhalten. Wenn das Kühlmittel tatsächlich einmal einfriert: auf keinen Fall den Motor starten! Das kann zu schweren Schäden führen.
Denken Sie bei Kälte auch an Frostschutzmittel im Wischwasser. So haben Sie Frostsicherheit bis ca. -20°C. Ziehen Sie angefrorene Wischer auf keinen Fall von der Scheibe ab, das ruiniert sie nur. Weichen Sie sie besser für einen Moment in Frostschutz-Konzentrat ein - oder stellen Sie sie abends aufrecht, dann frieren die Wischer erst gar nicht ein.
Schütten Sie lieber kein kochendes/heißes Wasser auf die vereiste Windschutzscheibe, das kann zu Rissen und Sprüngen führen. Am besten für die Scheibe - leider nicht für die Umwelt - sind spezielle Enteiser-Sprays. Der klassische Eiskratzer ist leider auch auf Dauer schädlich, denn durch kleine Schmutzpartikel im Eis entstehen winzige Kratzer auf der Scheibe.

Wie Sie ihr Auto richtig durch den Winter lenken, sagen wir Ihnen hier.

Garten

Stellen Sie besonders empfindliche Pflanzen über Nacht an einen geschützten Platz im oder am Haus. Eine Frostnacht vertragen viele, aber längere Kälteperioden allerdings nicht.
Pflanzen, die draußen überwintern können, sollten Sie vor den extremen Minusgraden zusätzlich schützen. Kräuter und Blumen im Beet können Sie zum Beispiel mit Reisig oder Laub abdecken. Gehölze oder Stauden können mit Kokosfasermatten oder Vlies umwickelt werden. Pflanzkübel sollte man zusätzlich einpacken. Der Wasserabfluss sollte aber frei bleiben. Vergessen Sie trotz der Kälte nicht, Ihre Pflanzen zu gießen. Viele Pflanzen erfrieren nicht, sondern vertrocknen, weil sie kein Wasser bekommen. Gerade in trockenen Perioden fehlt die Feuchtigkeit.

Haustiere
www.tasso.net

Katzen
Freigänger-Katzen sollten immer eine Möglichkeit haben, sich ins Haus zurückzuziehen, wenn es draußen zu kalt wird. Ansonsten sind Katzen in der Regel durch ihr dickeres Winterfell gut vor trockener Kälte geschützt. Auch in der freien Natur suchen sich Katzen immer einen trockenen, windgeschützten Platz und überleben so ohne Probleme Temperaturen von bis zu -20°C. Problematisch wird es erst, wenn Nässe und Zugluft dazu kommen und die Tiere sich erkälten.

Hunde
Machen Sie mit Ihrem Hund bei starkem Frost lieber mehrere kurze Spaziergänge anstatt ausgedehnter Wanderungen. Wenn der Hund anfängt zu zittern, heißt es: ab bach Hause! Das gilt besonders für alte, kranke und kurzhaarige Tiere.
Für ältere und kranke Hunde empfiehlt sich auch ein "Hundemantel" als zusätzlicher Schutz. Bei gesunden Hunden reicht das Fell aber als natürliche "Winterbekleidung" völlig aus.
Nach dem Spaziergang sollte der Hund in jedem Fall abgetrocknet und vor Zugluft geschützt werden. Streusalz kann empfindlichen Hundepfoten sehr weh tun. Spülen Sie es nach dem Gassigehen mit lauwarmem Wasser ab. Zum Schutz gibt es im Zoofachgeschäft auch spezielle "Hundepantoffeln".

Gesundheit
Foto: Dan Race - Fotolia

Minusgrade verschlechtern die Durchblutung und die eisige Luft kühlt die Schleimhäute aus. Dadurch können Erkältungsviren schneller angreifen. Dasselbe bewirkt trockene Heizungsluft - hier können Sie mit einem Luftbefeuchter und regelmäßigem Lüften entgegenwirken
Die Kälte ist für den Körper anstrengend. Das Herz-Kreislauf-System muss mehr leisten, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Dadurch erhöht sich der Blutdruck, was für Menschen mit Vorerkrankungen gefährlich sein kann - zum Beispiel erhöht sich die Thrombosegefahr.
Plötzliche Brustschmerzen bei bislang Gesunden, ein Druck oder Brennen im Brustkorb können auf Herzprobleme hindeuten. Auf jeden Fall sollten Sie dann zum Arzt gehen. Herzpatienten sollten ohnehin körperliche Belastungen bei zweistelligen Minusgraden meiden, dazu zählt auch Schneeschippen!
Bei extremen Minusgraden sollten Sie auch auf Ihre gewohnte Joggingrunde verzichten. Auch für gesunde Menschen kann die starke Kälte zu anstrengend sein, bei Geschwächten sogar gefährlich.
Trinken Sie keinen Alkohol - auch keinen Glühwein. Denn im ersten Moment wärmt das heiße Getränk, danach erweitert es aber die Blutgefäße, so dass der Körper schneller auskühlt.
Ihre Haut braucht bei Kälte eine Extraportion Pflege, vor allem im Gesicht. Fetthaltige Cremes schützen die zarte Gesichtshaut vor dem Frost. Ebenso wichtig wie Fett sind feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Glycerin oder Urea. Die leichte Sommer-Feuchtigkeitscreme reicht nicht mehr aus - sie kann der Haut sogar schaden, weil sie verdunstet und noch mehr austrocknet.
Eiskalte Füße erhöhen das Risiko einer Infektion. Tragen Sie statt Synthetiksocken Woll- oder Fleecestrümpfe, gönnen Sie sich zuhause ein Fußbad (erst lauwarm, danach heißer) und heizen Sie Ihren Füßen mit Massagerollern oder speziellen Wärmefußcremes ein. Heißer Kaffee verschlechtert übrigens die Durchblutung - genau wie Nikotin!


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