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Dioxin-Eier in NRW

Update 13.04.

Der Skandal um Dioxin-Eier weitet sich aus. Offenbar hat ein Betrieb aus Niedersachsen größere Mengen PCB-belasteter Eier nach Nordrhein-Westfalen geliefert. Laut Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf handelt es sich um mindestens 90.000 Bio-Eier, die bis Anfang des Monats an einen Zwischenhändler gingen. Die Ware soll über Discounter und Supermarktketten verkauft worden sein. In Niedersachen haben die Behörden zwei Großbetriebe gesperrt, die PCB-belastete Eier ausgeliefert hatten. Die Fachleute haben noch nicht herausgefunden, wieso die Eier den giftigen dioxinähnlichen Stoff enthielten. Das gilt auch für die gesperrten Betriebe aus Nordrhein-Westfalen.

Die verdächtigen Eier tragen die Stempelnummer 0-DE-0357661.

Meldung vom 04.04.2012

Foto: Fotalia

Reingucken kann man nicht, man sieht es nicht, schmeckt es nicht - in NRW sind wieder Dioxin-belastete Eier aufgetaucht - es handelt sich ausgerechnet um Bio-Eier. Und das nur wenige Tage vor Ostern.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden handele es sich bislang aber um einen Einzelfall, hieß es heute (04.04.12) aus dem NRW-Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf. Die Eier stammen von einem Hof im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen. Der Dioxingehalt sei „nicht akut gesundheitsgefährdend“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Malessa. „Aber wir müssen verhindern, dass überhöhte Dioxinwerte in die Lebensmittelkette gelangen.“

Inzwischen hat das Ministerium die Stempelnummer der betroffenen Eier veröffentlicht. Sie lautet

0-DE-0521041

Auch in Duisburg sind Dioxin-belastete Eier aufgetaucht. Das Verbraucherschutzministerium hat die Stadt
Duisburg deswegen angewiesen, zwei Direktvermarkter von Eiern zu sperren. Bei amtlichen Routine-Untersuchungen der vor Ort produzierten Eier beider Betriebe waren Überschreitungen der Dioxin-Grenzwerte aufgefallen.
Die Stempelnummer der betroffenen Eier des ersten Betriebes lautet:

0-DE-0521991.

Der zweite Betrieb vertreibt seine Eier ohne Stempelnummer. Zur Warnung der Verbraucherinnen und Verbraucher muss daher der Name veröffentlicht werden. Es handelt sich um den Betrieb "AWO Ingenhammshof".

Die Verbraucher können anhand dieser Nummern überprüfen, ob sie verdächtige Eier im Kühlschrank haben und falls vorhanden schnellstmöglich entsorgen. "Die Verbraucher können nun gucken, ob sie diese Eier gekauft haben. Dann sollten sie sie sofort wegwerfen", sagte ein Ministeriumssprecher in Düsseldorf.Auf Nachfrage räumte der Sprecher ein, dass sich gefärbte und vorgekochte Eier nicht so ohne Weiteres identifizieren ließen, da hier keine Kennzeichnungspflicht besteht. Es gebe momentan keine Hinweise, dass auch gefärbte Eier betroffen sein, so der Sprecher - allerdings könne das auch nicht ausgeschlossen werden.

Eier von dem Hof mit rund 25 000 Legehennen hatten eine bis zu sechsmal über dem Grenzwert liegende Konzentration des Dioxin-ähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) aufgewiesen. Letztmalig seien Eier am 7. März an einen Verpacker ausgeliefert worden. Sie hatten das Mindesthaltbarkeitsdatum 31. März. Der Betrieb beliefert nach Angaben des Ministeriums vor allem Supermärkte.

"Wir kennen die Ursache noch nicht", sagte der Sprecher des Ministeriums. In dem auf dem Hof aktuell verwendeten Futter seien keine Verunreinigungen gefunden worden. Genauere Erkenntnisse erhoffe man sich von der Analyse der Rückstellproben des älteren Futters. Der Lieferant des Futters sitze in Niedersachsen. Die dortigen Behörden seien eingeschaltet worden. "Auf dem Hof sind auch Bodenproben genommen worden."

 

Offizielle Pressemitteilung des NRW-Umweltministeriums

 

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Das Verbraucherschutzministerium NRW veröffentlicht die Stempel­nummer der mit Dioxin belasteten Bio-Eier eines Hofes in Nordrhein-Westfalen im Internet unter www.umwelt.nrw.de.

Anhand der Stempelnummer auf den Eiern können die Ver­braucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, ob sie mit Dioxin belastete Eier gekauft haben oder nicht:

0-DE-0521041

Antworten auf häufig gestellte Fragen: 

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

Bisher ist die Ursache der Belastung mit dioxinähnlichen PCB unklar und damit auch das Ausmaß des Problems. Es werden Proben von Ei­ern, Futtermittel und vom Boden des betroffenen Betriebes untersucht. Zudem werden die Lieferwege der verkauften Eier ermittelt.

 

Welche Eier sind betroffen?

Es handelt sich um Bio-Eier aus einem Betrieb aus NRW. Um den Ver­braucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, Eier aus dem betroffenen Betrieb zu erkennen und auf den Verzehr zu verzich­ten, wird die Stempelnummer auf den betroffenen Eiern auf der Home­page des Verbraucherschutzministeriums veröffentlicht.

 

Sind mit Dioxin belastete Eier gesundheitsgefährdend?

Werden im Einzelfall betroffenen Lebensmittel verzehrt, so ist davon auszugehen, dass bei geringem Verzehr von belasteten Produkten keine akuten Gesundheitsgefahren für Verbraucherinnen und Verbrau­cher bestehen. Allerdings haben Dioxine in Lebensmitteln nichts zu su­chen.

Informationen zu Dioxinen in Lebensmittel sind zu finden auf den Inter­netseiten des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) unter www.bfr.bund.de.

 


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