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Diskussion um Zukunft der Fridtjof-Nansen Realschule

Bürgermeister Johannes Beisenherz ließ seine Entscheidung vor der Ratssitzung am 20. September offen. Alle Beteiligten, selbst die Gegner des Bürgerbegehrens, haben erklärt, dass sie angesichts der über 13.000 Unterschriften für den Erhalt der FNR eine saubere politische Entscheidung per Bürgerentscheid wollen.

Dann die einstimmige Entscheidung des Rates am Abend des 20.09.2012:
Die Bürger sollen über die Zukunft der Fridtjof-Nansen-Realschule entscheiden. Dieser findet am 28. Oktober statt. Auf ihrer Homepage informiert die Stadt Castrop-Rauxel genau über den Ablauf des Bürgerentscheids. Außerdem  können Sie am Sonntag die aktuellen Ergebnisse aus den Abstimmungsbüros online nachlesen. Das Diagramm der Stadt Castrop-Rauxel wird regelmäßig aktualisiert.


Bürgermeister Johannes Beisenherz und Annette Korte von der Bürgerinitiative "Rettet die FNR" haben im Radio Vest-Interview Gelegenheit gehabt ihre Standpunkte vor dem Bürgerentscheid klar zu machen:

Das sagt die Bürgerinitiative

Am Sonntag entscheidet sich die Zukunft der Fridtjof-Nansen-Realschule in Castrop-Rauxel. 62 000 Castroper sind aufgerufen, in einem Bürgerentscheid über den Erhalt der Schule abzustimmen. Bürgerentscheide hat es in den vergangenen Jahren nur sehr selten im Kreis gegeben. Gibt es nicht mindestens 9300 Ja-Stimmen wird die Schule geschlossen. Die Bürgerinitiative von Annette Korte hatte in den vergangenen Monaten rund 13.000 Unterschriften für die Schule gesammelt.

Das sagt der Bürgermeister

Die Stadt will die Schule aufgrund sinkender Schülerzahlen schließen und stattdessen eine Sekundarschule einrichten. Das vorläufige Ergebnis soll am Sonntag gegen 18 Uhr 30 feststehen.

Der Hintergrund

Foto: Fridtjof-Nansen Realschule (FNR) in Castrop-Rauxel

Was ist das Problem:

Vor etwa einem halben Jahr wurden die Eltern der Schüler zu einer möglichen Sekundarschule befragt. Auf die Frage „Würden sie ihr Kind auf eine solche Schule schicken?" stimmten zwar die meisten Eltern mit „Nein" ab (genaue Umfrageergebnisse hier), aber nicht genug, um die Einrichtung einer Sekundarschule zu verhindern. Der Stadt reichten 75 "Ja"-Stimmen als Grundlage für die Pläne, die Fridtjof-Nansen Realschule zu einer Sekundarschule umzubauen.
Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die den Erhalt der Realschule fordert. Schließlich sei die FNR eine sehr gut funktionierende und nachgefragte Schule in Castrop-Rauxel. Außerdem wird zum Teil befürchtet, dass das Lernniveau leidet, wenn Hauptschüler und Realschüler zusammen unterrichtet würden.


Die Ereignisse und ihre Entwicklungen:

Bei vielen Eltern, Lehrern und Schülern stößt die Idee einer Sekundarschule auf Unverständnis. Am 5. Juli 2012 kämpften sie bereits im Ratssaal um den Erhalt ihrer Schule - allerdings ohne Erfolg. Mit Gründung einer Bürgerinitiative sammelten die Bürger 13.000 Unterschriften für den Erhalt der Fridtjof-Nansen-Realschule.

Daraufhin hatte Bürgermeister Johannes Beisenherz angekündigt, dass am 20. September in einer Ratssitzung über das Bürgerbegehren abgestimmt werden solle. Die Bürger hatten große Aussichten auf einen Bürgerentscheid, da die Ratsmitglieder die Forderungen aller Wahrscheinlichkeit mehrheitlich ablehnt hätten. Gegen solch einen Entscheid wären Politik und Verwaltung dann machtlos gewesen.

Folgende Meldungen werfen diese Entwicklungen wieder über Bord. Die Bezirksregierung ist durch die laufenden Diskussionen auf das Thema aufmerksam geworden und will die Initiative nun stoppen. Nach Auffassung der Bezirksregierung gibt es nämlich kein Gesetz, das Bürgern die Entscheidung erlaubt, ob eine Schule geschlossen wird oder nicht. Nur der Wille der Eltern der Schüler zähle. Für die Bezirksregierung ist der Fall daher klar. Sie beruft sich auf die Abstimmung (siehe oben).


Was ist eine Sekundarschule überhaupt?

Eine Sekundarschule ist ein Zusammenschluss verschiedener Schulformen. (Realschule, Gymnasium und Hauptschule). In einer Sekundarschule werden die Kinder länger zusammen unterrichtet - bis zur 6. Klasse lernen sie gemeinsam. Erst danach werden die Schüler nach Leistungen in verschiedene Kurse aufgeteilt. Außerdem können die Kinder beispielsweise selbst mitbestimmen, wann sie eine Klassenarbeit schreiben. Die Kinder arbeiten in Lerngruppen und sollen sich dadurch gegenseitig unterstützen.

In einer Sekundarschule sind alle Abschlüsse möglich: Nach zehn Jahren die Berufsbildungsreife (früher Hauptschulabschluss), die erweiterte Berufsbildungsreife (früher erweiterter Hauptschulabschluss), den Mittleren Schulabschluss (früher Realschulabschluss). Nach 10 Schuljahren können die Schüler der Sekundarschule auch auf ein Gymnasium wechseln und da ihr Abitur machen.


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