Sie sind hier: Vest / Archiv / Explosion Chemiepark Marl
 

Explosion Chemiepark Marl

Eine gewaltige Explosion hat am Mittag den Marler Chemiepark erschüttert. Momentan ist von einem Schwerverletzen und einem leichtverletzten Feuerwehrmann die Rede. Ein Mensch wird noch vermisst. Gegen 13.30 Uhr hörten Anwohner laut Polizei eine Explosion. Die Feuerwehr hatte die Flammen bereits nach knapp 3 Stunden im Griff. Die Lage ist unter Kontrolle, heißt es - der Brand aber noch nicht gelöscht. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Der Marler Chemiepark gehört laut Betreibergesellschaft Infracor zu einem der größten deutschen Chemieparks.

Nach der Explosion war eine riesige dunkle Rauchwolke Richtung Süden gezogen - nach Polizeiangaben über die wichtige West-Ost-Verbindung A2 hinaus. Bis etwa 16.00 Uhr hatte sich die Rauchwolke laut Polizei aufgelöst.

Es hat zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung bestanden, sagte Polizeisprecher Franz. Auch der Betreiber des Chemieparks Marl gab Entwarnung. Messungen innerhalb und außerhalb des Parks hätten keine nachweisbaren Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe ergeben, sagte ein Infracor-Sprecher. Dennoch riet er den Anwohnern, zunächst Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Dem Infracor-Sprecher zufolge ereignete sich die Explosion in einer Anlage des Spezialchemiekonzerns Evonik. Es handele sich um eine Anlage zur Verarbeitung von CDT - einem Rohstoff, der zur Herstellung diverser Kunststoffe benötigt wird. Anscheinend ging ein Kessel hoch. Nach ersten Angaben waren fünf Löschzüge mit 150 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Am Standort Marl sind laut Infracor 10 000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gelände erstreckt sich über eine Fläche von 6,5 Quadratkilometern. Die rund 100 Produktionsanlagen der hier ansässigen 30 Unternehmen stehen in einem engen stofflichen und energetischen Verbund und werden zum größten Teil rund um die Uhr betrieben, heißt es im Infracor-Internetauftritt.

Update 17:00 Uhr:

Nach dem Brand im Chemiepark Marl wird nach Angaben der Betreibergesellschaft noch ein Mensch vermisst. Zwei der zuvor drei Vermissten seien zur Zeit des Unfalls zu Hause gewesen, sagte Klaus-Dieter Juszak, Manager beim Betreiber Infracor. Ihm zufolge wurde ein Mensch schwer verletzt. Außerdem habe sich ein Feuerwehrmann leichtere Verletzungen zugezogen. Zur Zahl der Vermissten und Verletzten gab es jedoch unterschiedliche Angaben. Laut Juszak haben zum Unfallzeitpunkt bis zu 15 Menschen an der Anlage gearbeitet. Nach dem Unfall war eine dunkle Rauchwolke aufgestiegen, die sich inzwischen wieder aufgelöst hat. Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung soll laut Rettungskräften und Infracor nicht bestanden.

Update 19:45 Uhr:

Bei der Explosion im Chemiepark Marl ist am Mittag ein Mensch getötet worden, ein weiterer wurde schwer verletzt. Bei beiden handelt es sich um Mitarbeiter, die zum Unglückszeitpunkt an der betroffenen Anlage gearbeitet haben. Der Tote konnte erst Stunden nach dem Unglück geborgen werden, weil es am Brandherd noch zu heiß war. Am Mittag war auf dem Werksgelände ein Tank mit einer Chemikalie für die Kunststoff-Produktion explodiert. Nach dem Unfall war eine dunkle Rauchwolke aufgestiegen, die sich inzwischen wieder aufgelöst hat. Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung soll laut Rettungskräften und Infracor nicht bestanden. Die Feuerwehr hatte den Brand bereits am Nachmittag unter Kontrolle, die Flammen waren aber bis zum Abend noch nicht vollständig gelöscht. Über die Unglücksursache ist noch nichts bekannt. Die Anlage war am Abend zuvor routinemäßig gewartet worden.

Erste Bilder vom Brandherd

Chemiepark, Parkplatz, Hochgeladen von Pusteknuffel am 31.03.2012

Chemiepark, Hochgeladen von Passitude am 31.03.2012

Chemiepark, Hochgeladen von Passitude am 31.03.2012 (Kopie 1)


Weitersagen und kommentieren
...loading...