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Forensik Haltern am See

5,50 Meter hohe Mauern oder Zäune, Videoüberwachung und Sicherheitsschleusen: Forensische Kliniken sollen besonders sicher sein.

Bis jetzt gibt es in NRW 14 forensische Kliniken - bis 2020 sollen 5 neue Standorte gebaut werden. Einer davon im Vest: In Haltern-Lippramsdorf sollen in Zukunft 150 Menschen untergebracht werden, die wegen verschiedener Straftaten und Krankheiten nicht in ein normales Gefängnis gehören.

Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel „sei mit der Auswahl des Standorts überhaupt nicht glücklich". Das Land habe im vergangenen Jahr nach potentiellen Standorten für eine Forensik gefragt - im Halterner Rat habe Klimpel vor einem Jahr erklärt, dass die Stadt über keine Fläche dieser Art verfüge.

Jetzt hatte die RAG-Montan das betroffene Grundstück dem Land angeboten. „Wir sind sauer darüber, dass wir das nicht erfahren haben", so Klimpel in der Presseerklärung der Stadt.

In Haltern am See haben die Bürger verschiedene Meinungen:

Und das würden sie Ministerin Steffens fragen:

Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten und weiterführende Links zum Thema „Forensik" zusammengestellt:

Wo genau soll die Forensik gebaut werden?


Standort soll der bisherige Wetterschacht des Bergwerks Auguste Victoria in Haltern-Lippramsdorf werden. Die geplante Forensik wäre damit einige Kilometer von den nächsten Wohnhäusern entfernt. Laut NRW-Landesregierung gebe es zum Standort keine Alternative. So habe es in der näheren Umgebung keine freien Flächen dieser Größer (mindestens 50.000 qm) gegeben. Das Gelände sei verfügbar, die Anbindung an das Straßennetz sei vorhanden und baurechtlich sei davon auszugehen, dass dort ohne Probleme eine forensische Klinik bauen könne. Kostenpunkt: Rund 45 Millionen Euro. Auf der Google-Maps-Karte können Sie den Standort genau sehen:


Schacht AV 9 auf einer größeren Karte anzeigen

Wie viele Patienten sollen in Haltern am See untergebracht werden?

Bild © LWL


150.
Bis 2020 sollen in ganz NRW fünf neue Kliniken mit insgesamt 750 Plätzen entstehen. Neben Haltern am See werden Kliniken in Reichshof (auf dem Grundstück eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr), in Lünen (auf dem Grundstück der ehemaligen Zechenanlage Victoria (Victoria I/II)), in Hörstel-Dreierwalde (auf dem Gelände des ehemaligen NATO-Flugplatzes Hopsten) und in Wuppertal-Barmen (auf dem Gelände der Polizeiausbildungsstätte) entstehen.

Wer wird in einer Forensik untergebracht?


Maßregelvollzugspatientinnen und -patienten sind Straftäterinnen und Straftäter, die aufgrund ihrer Erkrankung das Unrecht der Straftat nicht oder nur bedingt erkennen konnten und daher nicht oder nur vermindert schuldfähig sind. Die Einweisung von Patientinnen und Patienten erfolgt durch die Landgerichte.

Warum brauchen wir überhaupt neue Kliniken?


In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Maßregelvollzugspatienten um zwei Drittel gestiegen - und laut Landesregierung wird die Zahl weiter steigen. Zur Zeit sind in NRW rund 2400 Forensik-Plätze verfügbar.

Wie sicher ist so eine Forensik?

Bild © LWL/Rösler


Aus den Kliniken, die in den letzten zehn Jahren gebaut worden sind, ist es keinem Patienten gelungen, zu fliehen.
Die Sicherheitsstandards an den forensischen Kliniken sind hoch: Es gibt zum Beispiel 5,50 m hohe, technisch überwachte Außensicherungen wie Mauern oder Zäune. Auf das Gelände kommt man nur durch eine besonders gesicherte Pforte. Die Klinik - aber besonders auch das Außengelände - wird mit Videokameras überwacht. In der Forensik selber gibt es überall Sicherheitsschleusen, d.h. erst wenn die eine Tür ordnungsge¬mäß verschlossen ist, lässt sich die nächste öffnen. Zur Sicherheit der Mitarbeiter gibt es außerdem eine Personennotsignalanlage.

Wer kann mir bei Fragen oder Bedenken weiterhelfen?


Die Landesregierung hat eine kostenlose Telefonhotline eingerichtet. Sie ist montags bis freitags von 8-18 Uhr zu erreichen: 0800 - 137 7 137
Außerdem bietet das Gesundheitsministerium eine Info-Broschüre zum Thema an. „Neue forensische Kliniken = mehr Sicherheit. Daten, Fakten und Stimmen zum Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen" kann telefonisch unter 01803 100 110 (9 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus dem Mobilfunknetz) unter Angabe der Veröffentlichungsnummer 111 oder im Internet bestellt - oder direkt heruntergeladen werden.


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