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Für den Notfall versorgt

Foto: Otmar Smit - Fotolia

Nach dem Brand in der Lagerhalle für Düngemittel im Krefelder Rheinhafen hat es schnell Kritik aus der Bevölkerung gegeben: Man sei zu spät über das Feuer und die mögliche Gefahr durch die Rauchwolke informiert worden. Ein deutschlandweites Sirenen-Netz, dass die Bevölkerung vor Katastrophen und Gefahren warnt, gibt es seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Das Netz ist damals aus Kostengründen abgeschaltet worden. Die Städte und Gemeinden konnten die Sirenen aber weiter (auf eigene Kosten) betreiben. In Düsseldorf gibt es zum Beispiel noch ein flächendeckendes Sirenen-Netz, so dass die Bevölkerung dort über das berühmte Aufheulen der Sirene gewarnt werden kann.

Bei uns im Vest sind nur noch 41 Sirenen im Kreis in Betrieb - von einem flächendeckendem Netz ist die Feuerwehr damit weit entfernt (in Castrop-Rauxel gibt es zum Beispiel für die ganze Stadt nur drei Sirenen). Die Sirenen sind im Vest aber auch nur noch dafür da, die Feuerwehr bei einem Einsatz zu informieren - nicht aber, um uns, also die Bevölkerung, zu warnen. Eine Ausnahme ist der Chemiepark Marl, der die Anwohner über Sirenen informiert und deswegen auch an alle Infobroschüren verteilt hat.

Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk informieren im Notfall über Radio Vest, landesweite Radiosender, (wenn nötig) das Fernsehen - und über Lautsprecherwagen, die durch die betroffenen Gebiete fahren.

Im Moment arbeitet der Bund an einem Nachfolger für die Sirene - dem „Modularen Warnsystem" (kurz MoWaS). Das soll in Zukunft zum Beispiel über SMS, Smartphone-Apps oder E-Mails die Bevölkerung informieren. Für den Kreis Recklinghausen würde das System pro Jahr eine 5-6 stellige Summe kosten. Unter anderem wegen der hohen Kosten ist noch nicht klar ob und wann MoWaS zum Einsatz kommt.

Für den Notfall versorgt

Bild: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

„Für den Notfall versorgt" heißt die Broschüre des „Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe". In ihr finden Sie unter anderem eine Checkliste, was man für den „Fall der Fälle" im Haushalt haben sollte. Ein batteriebetriebenes Radio zum Beispiel. Oder 4,6 Kilo Getreide, Brot und Kartoffeln. Zugegeben, beim Lesen der Texte kann einem schon ein kalter Schauer über den Rücken laufen. 

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