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Grillen - Ihr Recht als Mieter

So klappts auch mit dem Nachbarn: Grill-Urteile

Grillen auf Balkon und im Garten klingt verlockend. Ist es auch, solange sich die Nachbarn nicht gestört fühlen. Dringt jedoch Geruch und Qualm in deren Wohnräume ist der Krieg am Gartenzaun oder der Balkonbrüstung vorprogrammiert. Eine rechtlich einheitliche Regelung zum Grillvergnügen gibt es nicht.So haben die Gerichte bisher entschieden

Amtsgericht Essen
Hier wurde ein generelles Grillverbot auf dem Balkon einer Mietwohnung, das im Mietvertrag festgelegt war, bestätigt (Az. 10 S 438/01).

Landgericht Aachen:
Laut Landgericht Aachen dürfen Grillfans zwei Mal im Monat ihrem Grill-Spaß frönen. Allerdings nur bis 22.30 Uhr (Az. 6 S 2/02).

Amtsgericht Bonn
Hier billigten die Richter Mietern von April bis September einmal monatlich ihr Grillvergnügen zu, sofern der Nachbar 48 Stunden vorher informiert wird (Az. 6 C 545/96).

Oberlandesgericht Düsseldorf
Diese Richter haben sogar dafür Verständnis, wenn der Grillabend in lauen Sommernächten etwas länger dauert. An vier Tagen im Jahr muss erst um 24 Uhr Schluss sein (Az. 13 U 53/02).Landgericht Stuttgart
Die Kammer hat entschieden, dass dreimal im Jahr für maximal zwei Stunden gegrillt werden dürfe (10 T 359/96).

Das Bayerische Oberste Landgericht
Das Gericht erlaubt in einer Wohnungseigentumsanlage fünf Grillfeste im Jahr auf Holzkohlefeuer, zumindest dann, wenn der Grill am Ende des Gartens aufgebaut wird (BayObLG 2 ZBR 6/99). Diese Entscheidung dürfte nur eingeschränkt auf Mietwohnungen übertragbar sein, nämlich nur dann, wenn ein Gärtchen mitvermietet ist und ausreichender Abstand zu den anderen Wohnungen gehalten werden kann.

Generell gilt
Wenn der Qualm in andere Wohnungen zieht, kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit einem Bußgeld belegt werden. Außerdem sollten die Nachbarn stets 48 Stunden vor der großen Sause benachrichtigt werden. Ab 22 Uhr muss der Lärmpegel auf Zimmerlautstärke heruntergefahren werden, denn dann beginnt die Nachtruhe.

Unabhängig von allen juristischen Regelungen lässt sich Ärger oft vermeiden, wenn man die Nachbarn ab und an auch mal zu einem Grillfest einlädt. In Hausordnung oder Mietvertrag können Regelungen zum Grillen festgeschrieben sein.

Außerhalb von Balkon und Garten ist Grillen in der Regel nur auf eigens dafür vorgesehenen Flächen in öffentlichen Parks erlaubt. Im Wald ist es generell verboten und kann bei Verstoß mit einem Bußgeld belegt werden.

 


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