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(Un)nützes Wissen

Ist Küssen bei Erkältung strikt verboten?

Die Forscher sagen: Nein! Beim Küssen steigt der Puls, die Durchblutung wird angekurbelt und es werden Adrenalin, Endorphine und Glückshormone ausgeschüttet. Das alles ist gut für das Immunsystem. Außerdem: Erkältungsviren, die beim Küssen durch den Speichel übertragen werden, werden sofort in den Magen gespült. In der Magensäure können die Vieren nicht überleben und können somit auch keinen Schaden mehr anrichten. Einem netten Kuschelabend mit dem Liebsten auf dem Sofa steht also nichts im Weg - man sollte den Partner nur nicht direkt anhusten oder anniesen.

Foto: Lincoln Rogers - Fotolia

Wo lauert die größte Ansteckungsgefahr?

Auf der Computertastatur befinden sich 400-mal so viele Bakterien wie auf einer regelmäßig gereinigten, öffentlichen Toilette. Das fanden amerikanische Forscher heraus. Am schlimmsten belastet sind übrigens die Bürotische des weiblichen Geschlechts. Die Wissenschaftler haben drei- bis viermal so viele Bakterien wie auf den Tischen der männlichen Kollegen gefunden. Das liegt daran, dass Frauen häufiger mit Kleinkindern zu tun haben, öfter Nahrungsmittel in den Schubladen aufbewahren und Make-Up benutzen. Durch Handcremes und Schminke verteilen sich Bakterien dann auf die Tastatur, Maus und Stifte bis hin zum Telefon.

Bild: Deutsche Annington

Wer Kinder hat, wird seltener krank?

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass sich Eltern nur halb so oft eine Erklältung zuziehen, wie Menschen ohne Kinder. Je mehr Kinder, umso besser. Mit jedem Kind steigt der schützende Effekt an. Jetzt könnte man denken, dass das Immunsystem von Eltern vielleicht gestärkter ist, weil Kinder so oft krank sind und Eltern durch das ständige Bombardement mit Erkältungsviren genügend Antikörper besitzen. Dem ist nicht so: Eltern bekamen in einer Studie weniger oft eine Erkältung, egal ob sie schützende Mengen an Antikörpern im Blut hatten oder nicht. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die positive Auswirkung der Elternschaft auf bisher noch unbekannte psychologische und verhaltensbedingte Unterschiede zurückzuführen ist. Interessanterweise verringerte sich die Erkältungswahrscheinlichkeit, auch wenn die Eltern nicht mit ihren Kindern zusammenlebte.

Hilft heiße Milch mit Honig bei Halsschmerzen am besten?

Heiße Milch mit Honig gilt als bewährtes Hausmittel, um einen gereizten Hals zu beruhigen – und ist außerdem sehr lecker. Doch Vorsicht: Der Honig sollte erst dann in die Milch eingerührt werden, wenn sie Trinktemperatur hat. Die wertvollen Honigenzyme sind sehr temperaturempfindlich und werden durch eine zu heiße Flüssigkeit zerstört.

Husten glückliche Menschen seltener?

Das stimmt! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Angst oder Freude komplexe biochemische Prozesse im Menschen auslösen, die die Anzahl von Killerzellen und Antikörpern im blut beeinflussen. Durch Trauer oder Stress kann das Immunsystem dann geschwächt werden. Der Mechanismus funktioniert somit auch umgekehrt: Infektionen drücken auf die Stimmung und fördern den Wunsch nach Alleinsein und Rückzug. Damit stellt die Natur sicher, dass wir in Ruhe genesen können und niemanden anstecken.

Foto: detailblick - Fotolia

Ist man bis zum letzten Tag ansteckend?

Ja. Man ist sogar noch ansteckend, wenn alle Symptome völlig abgeklungen sind. Rhinoviren lassen sich zum Beispiel zwei Wochen nach dem Infektbeginn auf der Nasenschleimhaut nachweisen. Und auch zwei Tage bevor sich die Erkältung überhaupt zeigt, können sich schon Erreger einnisten. Die größte Ansteckungsgefahr ist während der ersten Tage nach Ausbruch der Krankheit.

Hilft Schokolade gegen Husten?

Hustenbonbons beruhigen den gereizten Hals- und Rachenraum meistens sehr gut. Schokolade hat sich aber als weiteres innovatives Mittel zur Bekämpfung von Reizhusten erwiesen. Forscher des Imperial College of London fanden 2004 heraus, dass der in Schokolade enthaltene Bestandteil Theobromin noch effektiver ist als das Kodein, das in der Medizin als Hustenstiller eingesetzt wird. In Kakaobohnen kommt Theobromin hauptsächlich vor.

Nach einer Erkältung steckt man sich zunächst nicht mehr an

Das stimmt nicht. Wer gerade einen Infekt überwunden hat, kann sich gleich anschließend wieder neu anstecken. Es gibt mehr als 200 verschiedene Virenarten, die an Erkältungen beteiligt sind. Deshalb kann theoretisch sofort die nächste Infektion mit einem anderen Virustyp folgen. Der einzige Schutzschild gegen eine neue Infektion ist ein starkes Immunsystem.


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