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Pilze sammeln: Was ist erlaubt?

Sobald sich der Sommer gelegt hat und Regen und Sonne sich abwechseln, sprießen im Wald wieder die Pilze. Aber: Dürfen Pilzsammler eigentlich alle Sorten und vor allem so viele Pilze sie wollen pflücken? Ein kurzer Überblick:

Was darf gepflückt werden?

In der Bundesartenschutzverordnung findet man die Auflistung der geschützten Pilzarten, die erst einmal unter Schutz stehen und nicht gepflückt werden dürfen:

  • Schaf-Porling, Semmel-Porlinge
  • Kaiserling
  • Weißer & Gelber Bronze-Röhrling
  • Steinpilz
  • Sommer-Röhrling
  • Echter Königs-Röhrling
  • Blauender Königs-Röhrling
  • Pfifferlinge
  • Schweinsohr
  • Erlen-Grübling
  • Saftlinge
  • März-Schneckling
  • Brätling
  • Birkenpilze und Rotkappen
  • Morcheln
  • Grünling
  • Trüffel

Man merkt also schnell: Es sind quasi alle wichtigen heimischen Sorten erfasst, insbesondere Pfifferlinge, Morcheln und Steinpilz. Aber: Es gibt zum Glück Ausnahmen! Nach §2 I Bundesartenschutzverordnung dürfen ” in geringen Mengen für den eigenen Bedarf” diese Sorten gepflückt werden:

  • Steinpilz
  • Pfifferling – alle heimischen Arten
  • Schweinsohr
  • Brätling
  • Birkenpilz und Rotkappe – alle heimischen Arten
  • Morchel – alle heimischen Arten

Wenn man sammelt, sollte man sich also an diese Auflistung halten und speziell von Röhrlingen und Trüffeln die Finger lassen.

Schwierig aber ist die Frage, was nun die erlaubten “geringen Mengen” sind? Hier gilt: Pro Pilzsucher dürfen pro Tag maximal bis zu 2 Kilogramm gesammelt werden.

Wo darf man sammeln?

Es verbleibt in erster Linie der Wald. Den Wald darf man grundsätzlich immer frei betreten. In allen Bundesländern wird es im Grundsatz genauso aussehen, da §14 BWaldG als Bundesgesetz den Ländern nur die Möglichkeit von Ausnahmen aber nicht generellen Verboten gibt.

Dass man in Naturschutzgebieten nicht sammeln darf, legt schon der Name “Schutzgebiet” nahe (dazu §23 Bundesnaturschutzgesetz). Darüber hinaus ist in Nationalparks (§24 BNatSchG) das Sammeln verboten.


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