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Reifenwechsel

Foto: dankos - Fotolia

Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, der Wind rauer: Der Sommer verabschiedet sich und macht Platz für Herbst & Winter. Wir ziehen uns dicke Klamotten an - und unsere Autos kriegen Winterreifen. Von "O" bis "O" - von Oktober bis Ostern müssen Winterreifen sein. Das ist zumindest die grobe Empfehlung. Der ADAC wird konkreter: Ab einer Außentemperatur von sechs bis sieben Grad plus sollten Winterreifen aufgezogen werden. Denn: Die Gummimischungen der Sommerreifen verhärten schon bei niedrigen Plus-Graden. Die Haftung auf der Straße kann sich spürbar reduzieren. Winterreifen bleiben weich und haben außerdem ein spezielles Lamellen-Profil, das auf Schnee und Eis besonders gut greift. Und auch der Gesetzgeber schreibt eine den Witterungsverhältnissen angepasste Bereifung vor.

Damit Sie nicht vom ersten Frost überrascht werden, sollten Sie früh einen Termin bei der Werkstatt Ihrer Wahl machen. Das spart auch Nerven, denn wenn nach den ersten knackig-kalten Frostnächten jeder von Sommer- auf Winterreifen wechselt, gibt's wieder lange Wartezeiten - und der Wunschreifen ist vielleicht auch nicht mehr verfügbar.

Übrigens: Radio Vest Wetterexperte Kai Zorn sagt, bis Mitte Oktober bleiben die Temperaturen deutlich über 10 Grad. Erst in Richtung Allerheiligen und St. Martin wird es ungemütlicher und kalt. Spätestens Mitte November sollten die Winterreifen drauf sein.

Winterreifen Test

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Wenn die eingelagerten Winterreifen nichts mehr taugen, müssen neue Reifen her. Zeitschriften wie "Auto, Motor und Sport" oder die "Stiftung Warentest" prüfen jedes Jahr Winterreifen auf Herz und Nieren. Die Kollegen von "Auto, Motor und Sport" kommen in ihrer aktuellen Ausgabe zu dem Ergebniss, dass der Nokian WR D3 am meisten überzeugen konnte. Der mit 118 Euro preislich im Mittelfeld liegende Reifen schafft 99 von 100 möglichen Punkten auf Schnee. Auch bei Trockenheit verhält sich der Reifen am besten, allein bei Nässe ist das Testergebnis durchschnittlich. Ebenfalls „besonders empfehlenswert" sind der Continental Winter Contact TS 850, der Speed Grip 2 von Semperit, der SP Wintersport 4D von Dunlop und von Goodyear der Ultragrip 8.

Von 13 getesteten Reifen, haben fünf Modelle das Prädikat "Besonders empfehlenswert" bekommen - nur zwei sind als "Nicht empfehlenswert" eingestuft worden. Die genauen Testergebnisse können Sie im Heft 21 vom 20.09.2012 nachlesen.

Die "Stiftung Warentest" hat in ihrer Oktober-Ausgabe auch wieder Winterreifen gestestet. Das Fazit: Premiummarken fahren als Sieger aus dem Test.

Bei Winterreifen für Kleinwagen stehen der Michelin Alpin A4, der Continental Winter-Contact TS 800 und der Pirelli Winter 190 Snowcontrol Serie 3 auf dem Treppchen. Alle drei haben die Note "gut" bekommen. Es gab allerdings auch zwei "mangelhafte" Reifen im Test: Effiplus Epluto I und Premiorri ViaMaggiore waren die Schlusslichter beim Vergleich.

Auch in der Kompakt- und Mittelklassewagengröße gehen die ersten drei Plätze an Premiummarken: "Gut" für Continental WinterContact TS 850, Michelin Alpin A4 und Dunlop SP Wintersport 4 D. Aber auch der Testsieger von "Auto, Motor und Sport", der Nokian WR D3 hat ein "gut" bekommen.

Das Winterreifen-ABC

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A wie Alter...

Reifen sollten nicht älter als 8-10 Jahre sein. Wie lange Reifen "durchhalten" hängt aber auch von der Gummimischung und der Lagerung ab.

G wie Ganzjahresreifen...

Sind eher nicht zu empfehlen, sagen Experten. Im Winter sind sie zwar noch "okay" - aber gerade im Sommer ziehen sie gegenüber "echten" Sommerreifen meist den Kürzeren. Achtung: Sie haben meist einen längeren Bremsweg!

L wie Lagerung...

Lagern Sie Ihre Reifen dunkel, trocken und am besten Frostfei. Zum Beispiel in der Garage oder im Keller. Und es gilt: Reifen auf Felgen immer übereinander, Reifen ohne Felgen immer nebeneinander. Außerdem empfiehlt es sich vor der Einlagerung der Reifen den Druck um etwa 0,5 Bar zu erhöhen.

P wie Profiltiefe...

Gesetzlich ist ein Mindestprofil von 1,6 mm vorgeschrieben - der ADAC empfiehlt sogar mindestens 4 mm. Der einfache Test: Stecken Sie eine 2-Euro-Münze ins Reifenprofil. Wenn der Silberrand komplett bedeckt ist, haben Sie noch genug Profil für den nächsten Winter.

W wie Wechsel...

Achten Sie beim Selber-Wechseln auf die Laufrichtung der Reifen. Nach der Montage muss sich der Reifen in die richtige Richtung drehen. Das erkennen Sie an den Pfeilen, die auf den Reifen eingezeichnet sind. Und wenn Sie doch in die Werkstatt fahren: Preise vergleichen! Von 10 Euro bis 60 Euro ist eigentlich alles drin.

Mehr Informationen zum Winterreifenwechsel hat der ADAC zusammengestellt.

Der größte Reifen

Für die immer größer werdenden Riesenmaschinen in Afrikas Diamantminen und auf Kanadas Ölfeldern hat der Spezialhersteller Titan Tires aus Quincy (Illinois, USA) den passenden Untersatz entwickelt. Der Rekordreifen ist 4,27 Meter hoch, etwa 1,50 Meter breit und wiegt mehr als sechs Tonnen.
Die ersten Belastungsproben hat der Gummiriese mit Bravour bestanden: Bei Tests hielt er einem Gewicht von knapp 120 Tonnen stand. Damit schafft er rund 19 Tonnen mehr als der bisherige Rekordhalter vom Hersteller Bridgestone.
Die ersten Exemplare sind bereits auf dem Weg zu ihrem Einsatzort in Kanada. In diesem Jahr sollen noch etwa 900 Stück gebaut werden.
Zu Werbezwecken wurde im Jahr 1964 sogar ein noch größerer Reifen gebaut. Er war aber nie im Einsatz, dient in Michigan (USA) als Statue. Mit gut 24 Meter Höhe ist das Werk des Herstellers Uniroyal so groß, dass man es sogar vom Flugzeug aus erkennt - oder bei Google Maps.

Der kleinste Reifen

Der kleinste Reifen der Welt sitzt an einem von Wissenschaftlern konstruierten „Nano-Mobil". Ein Auto, dass so klein ist, dass ein Rastertunnelmikroskop nötig ist, um es zu finden. Ein Reifen besteht nur aus 60 Atomen. Damit man sich das vorstellen kann: eine Menschliche Zelle enthält etwa eine Billion Atome.

Der erste Reifen

Im Jahr 1846 erfand der Schotte Robert William Thomson (Bild rechts) den ersten Reifen. Nicht aus Gummi, dafür aber aus aufgeblasenen Tierdärmen. Als sich Thomson den Luftreifen patentieren ließ, konnte allerdings noch niemand was damit anfangen. Autos gab es noch nicht und das Fahrrad steckte noch in den Kinderschuhen. Deutlich berühmter als Thomson sind später John Boyd Dunlop (1888) und die Brüder Michelin (1890) mit ihren Luftreifen geworden.
Der erste Reifenwechsel fand übrigens erst über 50 Jahre nach Thomsons Erfindung statt – denn erst dann konnten die Reifen einzeln erneuert werden. Vorher musste man das ganze Auto wegschmeißen…

Der schnellste Reifenwechsel

Den schnellsten Reifenwechsel der Welt gab es im Juli 2012 beim Großen Preis von Deutschland. In Hockenheim hat die Crew von McLaren-Pilot Jenson Button innerhalb von 2,31 Sekunden alle vier Reifen gewechselt. Rekord!

Nicht ganz so schnell war David Petzold aus dem Radio Vest Morgenteam. Er ist gegen Kfz-Meisterin Nicole aus Haltern am See angetreten und hat Sommer- gegen Winterreifen ausgetauscht. So schnell wie die McLaren-Crew war er nicht - es hat noch nicht mal gereicht, um die Kfz-Meisterin zu schlagen...

Der größte Reifenhersteller...

© Lego

...ist nicht Dunlop, nicht Michelin oder Goodyear - sondern: LEGO. Jedes Jahr stellt Lego unglaubliche 381 Millionen Reifen her! Übrigens: Die Gummimischung, aus der die kleinen Reifen bestehen, würden sich auch für "große" Reifen eignen.


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