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Richtig heizen!

Quelle: co2online gGmbH

So langsam wird es kalt. Draußen geht der Trend zum Zwiebellook - und drinnen wird die Heizung aufgedreht.
Laut bundesweitem Heizspiegel gibt jeder deutsche Haushalt im Schnitt 718 Euro für das Heizen aus. Tendenz steigend. Vor allem Haushalte, die mit Öl heizen, müssen sich auf einen kräftigen Anstieg der Heizkosten einstellen. 


Damit die Heizkostenabrechnung bei Ihnen nicht für einen Schock sorgt, haben wir ein paar Heiz-Tipps zusammengestellt und räumen mit den größten Fehlern beim Heizen auf.

Ich mach die Heizung erst an, wenn ich nach Hause komme...

Ganz schlechte Idee! Es ist deutlich günstiger, die Wohnung durchgehend zu beheizen. Wer abends nach der Arbeit wiederkommt und dann die ausgekühlte Wohnung wieder aufheizen muss, verbraucht sehr viel Energie. Machen Sie sich Gedanken, wie warm es in den einzelnen Räumen sein soll. Als Faustregel kann man sagen, dass wir Räume, in denen wir uns häufiger aufhalten, stärker heizen sollten, als andere. Wohnzimmer und Küche 18-20 Grad, Kinderzimmer 20-22 Grad, Bad 22-24 Grad, Schlafzimmer und Flure 16-18 Grad. Jedes Grad weniger spart übrigens ca. 6 Prozent an Heizkosten.

Damit es schnell warm wird, drehe ich das Thermostat auf „5“.

Ein Thermostat ist kein Wasserhahn. Auf Stufe 5 wird es nicht schneller warm, es wird nur mehr geheizt, als meist nötig ist. Das heißt, die Heizung heizt munter weiter - bei Stufe 5 bis eine Raumtemperatur von ca. 28 Grad erreicht ist. Besser ist es, das Thermostat auf 2-3 zu stellen.
Elektrische, programmierbare, Thermostatventile sparen etwa 10 Prozent Heizkosten, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Allerdings auch nur, wenn man die Temperatur um etwa vier Grad senkt, wenn niemand zuhause ist.

Ich stell die Fenster nur auf „Kippe“...

...damit nicht so viel Heizungsenergie zum Fenster rausgeblasen wird.

Diese Angst ist unbegründet und kann sogar zu Schimmel in der Wohnung führen. Die trockene, kalte Winterluft kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen. Die kann an kalten Außenwänden oder Decken kondensieren und im schlimmsten Fall kann sich Schimmel bilden. Besser ist: Stoßlüften! Die Heizkörper runterdrehen, fünf Minuten Querlüften, Fenster wieder schließen und dann die Heizkörper wieder aufdrehen.

Ich heize nur in bestimmten Zimmern.

Der Rest der Wohnung wird warm, weil ich die Türen auflasse.

Auch hier besteht Schimmelgefahr: Wenn sich die wärmere (und deswegen auch feuchtere) Luft aus einem geheizten Raum an den kalten Wänden des Nachbarzimmers niederschlägt, kann sich Schimmel bilden. Und Geld spart diese Heizmethode auch nicht, da die Heizung im „warmen" Raum ja für zwei Räume heizen muss.

Noch mehr Heiztipps...

Grundsätzlich schätzt die Verbraucherzentrale, dass durch einen bewussten Umgang mit dem Thema „Heizen" in jedem Haushalt 10-15 Prozent an Heizkosten eingespart werden können. Deswegen hier noch ein paar grundsätzliche Tipps, damit es zuhause muckelig warm ist, die Heizkostenrechnung aber nicht explodiert:

Überprüfen Sie regelmäßig die Kunststoffdichtungen in Fenster- und Türrahmen. Sie werden mit der Zeit porös - und damit undicht. Fenster und Türen lassen sich mit elastischen Dichtungsbändern abdichten, Türunterkanten mit Dichtungsbürsten oder Dichtleisten („Zugluftrollen"). Durch Zugluft gehen immerhin 20 Prozent an Energie verloren, sagen die Experten von Toptarif.de.

Wer nachts die Rollläden an den Fenstern runterlässt, spart weiter Energie. Durch die Fenster kann so weniger Wärme entweichen.

Vor Heizkörpern haben Gardinen oder Möbel nichts zu suchen. So wird verhindert, dass die Wärme ungehindert in den Raum geht, die Heizung muss mehr arbeiten, als nötig und die Heizkosten steigen.

Wenn's in den Heizkörpern gluckert, ist Luft drin, die die Wärmeleistung reduziert. Mit einem Entlüfterschlüssel aus dem Baumarkt kann man ganz leicht die betroffenen Heizkörper entlüften. Ventil öffnen, die Luft entweicht. Ventil schließen, wenn es anfängt zu tropfen. Vorsicht: Luft und Wasser können heiß (und schmutzig) sein. Am besten mit einem Becher oder einem alten Lappen arbeiten. Falls viel Luft in den Heizkörpern war, unbedingt den Wasserdruck an der Heizung im Keller überprüfen und, wenn nötig, wieder Wasser nachfüllen!

Außenwände sind „Kältebrücken". Also heizen Sie nicht die Wände! Bringen Sie hinter dem Heizkörper eine Isolationsschicht an. Entsprechende Dämmfolie gibt es im Baumarkt.

Quelle: co2online gGmbH

Lassen Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig überprüfen - und nutzen Sie den Service von co2online und lassen Sie Ihre Heizkostenabrechnung analysieren. Das „Heizgutachten" ist zur Zeit im Rahmen einer Aktion kostenlos und kann Ihnen zeigen, ob Ihre Rechnung zu hoch ist - und woran es liegen kann, wenn Sie zu viel verbrauchen. Informationen zum "Heizgutachten" gibt es hier.

Hilfe beim richtigen Heizen und Energie sparen, gibt es auch von den Verbraucherzentralen. Ab sofort kostet die Energieberatung 10 statt 45 Euro. Für Einkommensschwache ist sie sogar kostenlos. Der Energieberater der Verbraucherzentrale kommt zu Ihnen nach Hause und gibt Tipps zum Sparen von Strom und Heizkosten. Die Verbraucherzentralen bieten übrigens auch Thermografie-Checks an. Da wird das Haus mit einer Wärmebildkamera fotografiert und ein Experte analysiert, wo Wärme entweicht und kann Tipps geben, um Energie zu sparen. Kostenpunkt: ca. 160-200 Euro. Informationen zur Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt es hier.


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