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HKX - der Bahntest

Bahnfahren - da denken viele vor allem an Unpünktlichkeit, Überfüllung, ausgefallene Klimaanlagen, unfreundliches Personal und teure Tickets. Der private Anbieter HKX will dagegenhalten - und schickt seinen Hamburg-Köln-Express (HKX) als Alternative zur Deutschen Bahn, dem Auto und dem Flugzeug ins Rennen. Bis zu drei Mal täglich fährt der HKX von Köln übers Ruhrgebiet nach Hamburg und wieder zurück. Wir haben die Bahn getestet.

Tickets & Tarife

Das Ticket für eine Fahrt im HKX kostet unter der Woche für die dreistündige Fahrt von Gelsenkirchen nach Hamburg momentan zwischen 17,50 € (ein paar Tage im Voraus gebucht) und 35,00 € (Spätbucher). Mit Rückfahrt werden insgesamt zwischen 35 € und 50 € fällig. Am Wochenende is es generell etwas teurer. Unser Maximalpreis lag bei insgesamt 82,25 für einen Erwachsenen für eine Hin- und Rückfahrt am Samstag.

Kinder (bis 14 Jahren) zahlen pauschal 5 Euro pro Fahrt (für die Sitzplatzreservierung, egal zu welcher Zeit) - allerdings MUSS mindestens ein Erwachsener mitfahren. Hunde kosten 10 Euro extra. Für Fahrräder werden ebenfalls 10 Euro fällig (können nicht in jedem Zug mitgenommen werden).

Die HKX-Tickets bekommt man nur im Internet, per Telefon oder direkt im Zug (hier ca. 25 Euro Aufpreis), die Sitzplatzreservierung ist immer inklusive. Achtung: die Tickets gelten nur für die gebuchte Fahrt. Für Änderungen/Stornierungen/Übertragung auf eine andere Person werden pauschal 10 Euro fällig.

Günstiger wird es, wenn man schon früh bucht.  Vergünstigte Partner-/Gruppentarife gibt es nicht. Rabatt (10%) gibt es nur, wenn man Hin- und Rückfahrt zusammen bucht.

Während der Einführungsphase ist die Fahrt am Freitagnachmittag teurer als zum Beispiel am Dienstagmorgen. Später gilt, wer zuerst bucht, bucht zu einem günstigeren Preis.

Das Angebot richtet sich vor allem an Kunden, die nur sporadisch Bahn fahren und für die sich eine Bahncard nicht lohnt.

Die Deutsche Bahn wirbt mit Städte-Tickets ab 29 Euro pro Fahrt. Diese sind allerdings schwer zu bekommen oder man muss zu wenig attraktiven Zeiten fahren. Bucht man bei der Bahn mehrere Wochen im Voraus, dann kostet die Hin- und Rückfahrt regulär (und ohne Bahncard) um die 80 € - ohne Sitzplatzreservierung, außerdem ist bei einer Fahrt ab Gelsenkirchen ein Umstieg nötig. Insgesamt dauert die Fahrt mit 3:20h bis 3:53 etwas länger als mit dem HKX (~3 Stunden). Die Bahn bietet deutlich mehr Verbindungsmöglichkeiten, Zeiten und Zwischenstopps.

Hunde, die in eine Transportbox passen, nimmt die Bahn kostenlos mit. Für größere Tiere wird der halbe Ticketpreis fällig. Fahrräder im Fernzug kosten pauschal 9 Euro (mit Bahncard 6 Euro).

Kinder unter 15 Jahren fahren in Begleitung von Eltern oder Großeltern kostenlos mit, alleinreisende Kinder zahlen die Hälfte des Normalpreises. Kinder unter 6 Jahren fahren generell kostenlos mit. Größere Familien profitieren von der DB Familienkarte.

Mit dem Auto fährt man etwa 3 1/2 Stunden und bezahlt pro Strecke 40 € für Sprit. Das lohnt sich, wenn man mit mindestens zwei Erwachsenen fährt - dann ist man günstiger als mit HKX oder DB.

Per Flugzeug kostet es ab Düsseldorf nach Hamburg etwa 100 €.

Pünktlichkeit

Bei unserer Testfahrt an einem normalen Samstag ging es von Gelsenkirchen aus los. Der HKX fuhr auf die Minute genau in den Bahnhof ein. In Hamburg war der HKX sogar fast fünf Minuten zu früh.

 

Service

Bis zu drei Mal kommen Stewardessen wie im Flugzeug mit dem Kaffeewagen zum Platz. Angeboten werden warme und kalte Getränke und für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es Sandwichs und Obst. Kaffee und Tee kosten 1,90 € und ein Sandwich gibt es für 2,40 €.

Zum Vergleich: im ICE der Deutschen Bahn kostet ein Kaffee 2,90 €.Im Gegensatz zum HKX gibt es hier neben Snacks auch ein komplettes Frühstück oder Mittagessen - das wird allerdings nur im BordBistro serviert.

Ausstattung

Da sich der HKX im Moment noch ausrangierte Züge leiht, fährt man beispielsweise am Wochenende mit einer Regionalbahn der Nord-Ostsee-Bahn. Auf verstellbare Sitze oder W-LAN muss man dann verzichten. Wer auf Nostalgie steht, der fährt unter der Woche in renovierten 1.Klasse-Waggons der 70er Jahre (aus dem legendären Rheingold-Express).

Ab 2013, so die HKX-Pläne, sollen die von der Österreichischen Bundesbahn gekauften Züge endlich modernisiert und einsatzbereit sein.


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