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Kind ist krank - Eltern haben Anspruch auf Freistellung

Im Moment kein seltenes Bild: Das Kind liegt mit Fieber im Bett und kann nicht alleine bleiben. Wann dürfen Mutter oder Vater beim kranken Kind zu Hause bleiben? Und... Gibt es trotzdem Geld?

Bild: Deutsche Annington

Für berufstätige Eltern ist es oft ein großes Problem, wenn das Kind unerwartet krank wird. In den Kindergarten und in die Schule kann es nicht gehen und ein Babysitter ist auch nicht auf die Schnelle engagiert.

Wie ist das also mit der bezahlten Freistellung berufstätiger Eltern?

  • Bei Kindern unter zwölf Jahren haben berufstätige Eltern Anspruch darauf, von der Arbeit freigestellt zu werden, um ihr krankes Kind zu pflegen.
  • Es muss kein Urlaub genommen werden.
  • Vorraussetzung: Die Betreuung muss notwendig sein und ein ärztliches Attest vom Kinderarzt ist nötig (bestätigt die Krankheit und den Betreuungsbedarf)

Ist die Anzahl der Betreuungstage begrenzt?

  • Ja. Sind Mutter und Vater berufstätig, haben beide Anspruch auf bis zu zehn Arbeitstage für die Pflege eines kranken Kindes freigestellt zu werden
  • Bei Alleinerziehenden sind es insgesamt 20 Tage
  • bei mehreren Kindern erhöht sich die Zahl der möglichen Freistellungstage pro Elternteil auf maximal 25 Arbeitstage pro Jahr. Alleinerziehende dürfen bis zu 50 Tage in Anspruch nehmen.

Wie lange wird der Lohn weitergezahlt?

  • Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) steht, dass Arbeitnehmer in definierten "Notfällen" Anspruch darauf haben, für einen kurzen Zeitraum auch bezahlt von der Arbeit freigestellt zu werden
  • Nach gängiger Rechtssprechung werden höchstens fünf Tage bezahlt

Man kann sich auch unbezahlt freistellen lassen

  • in diesen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf sog. Kinderkrankengeld, das man bei der Krankenkasse beantragen kann. Das Krankengeld beträgt 70 bis 90 Prozent des Nettolohns.
  • Voraussetzung: Kinderarzt muss Bescheinigung ausstellen und das Kind ist unter zwölf Jahre alt
  • maximal bekommt man 10 Tage im Jahr Kinderkrankengeld
  • Bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage.
  • Bei zwei Kindern verdoppelt sich die Zahl der Tage
  • Privatversicherte gehen oft leer aus: Sie haben nur Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn der gesetzliche Anspruch vom Arbeitgeber nicht im Arbeitsvertrag ausgeschlossen ist.

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