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"Land unter" im Vest - das Unwetter vom 3. Juli

Das heftige Unwetter von Samstag Nachmittag hat schwere Schäden in Herten und Marl angerichtet.

In Herten waren Feuerwehr und THW im Dauereinsatz. Die Hertener Helfer bekamen im großen Stil Unterstützung der Feuerwehr Recklinghausen. In der Hertener Innenstadt zersplitterte das große Schaufenster der LBS-Filiale, Markisen flogen durch die Luft. Selbst dicke Bäume sind wie Streichhölzer umgeknickt. Die Platanenallee in der Fußgängerzone Ewaldstraße ist fast vollständig zerstört. Zeitweise brachen Telefon-, Handy- und Internet-Netze zusammen. Das Hertener Domcafé wurde durch ein Feuer vernichtet. Ob Blitzschlag als Ursache in Frage kommt, müssen die Brandermittler noch klären.

Marls Feuerwehren waren mit allen Löschzügen bis auf Polsum im Dauereinsatz, wussten gar nicht, wo sie anfangen sollen. Unterstützt werden die 100 Feuerwehrmänner vom Technischen Hilfsdienst und Grünflächenamt. Auf der Rappaportstraße, Bonifatiusstraße, Langehegge, auf der Kreuzung Bergstraße/Lipper Weg und anderen Straßen lagen die Bäume quer und blockierten den Verkehr. Parkende Autos mussten in der Kriemhildestraße und in den Kämpen von umgekippten Bäumen und dicken Ästen befreit werden. In der Bebelstraße und der Rappportstraße krachten Bäume auf Wohnhäuser. Gartenmöbel wirbelten umher, Dächer wurden abgedeckt. An der Pommernstraße ging sogar eine Hochhausfassade zu Boden. Der Regen schüttete nur so, das Wasser stieg auf den Straßen, lief in die Keller. Vor allem am Dümmerweg, in der Brassertstraße und Breddenkampstraße wurden Schäden gemeldet. Die Höhe der Schäden sind kaum zu schätzen.

In Recklinghausen wurde das Public Viewing in der aREna zur Halbseit abgebrochen. Knapp 5.000 Fans hatten sich bei schwül-warmem Wetter in der aREna vor der großen Leinwand eingefunden, um sich und die deutsche Elf zu feiern. Kurz nach dem Jubel über Müllers 1:0 gegen Argentinien hatte die Gewitterfront den Recklinghäuser Rathausplatz erreicht. Als die große Leinwand ausfiel, wurde die Live-Reportage von Radio Vest auf die Lautsprecher geschaltet. Live aus Südafrika kommentierte Olli Müller das Spiel. Schäden hat das Unwetter in der aREna nach ersten Informationen nicht angerichtet. Veranstalter Henning Prinz nahm das Unwetter gelassen: "Es gibt gute und schlechte Tage. Am wichtigsten ist, dass wir gewonnen haben." Als vor dem Rathaus die Aufräumarbeiten begannen, hatte sich der obligatorische Autokorso schon in Bewegung gesetzt.

Hier einige Bilder von Radio Vest-Hörern:

Fotos von: Jens L. und Kerstin Wieschermann aus Marl

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