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Lebensmittelskandale von A-Z

Skandale von A-Z

A

Analog-Käse auf Pizzen, Lasagnen & Co.
Im Mai 2009 veröffentlichte die Verbraucherzentrale Hamburg eine Liste mit Lebensmitteln, die alle Kunstkäse aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß und Geschmacksverstärker enthalten. Damit werden beispielsweise Pizzen, Lasagnen, Cheeseburger oder Cordon bleus aus dem Supermarkt, Käsebrötchen oder Käsestangen vom Bäcker oder in Fast-Food-Restaurants gestreckt.Analog-Käse ist 30 bis 40 Prozent billiger als echter Käse. Tipp: Fehlt die Inhaltsangabe „Käse" - Finger weg!

Acrylamid in Kartoffelchips
In Kartoffelchips einer bestimmten Marke wurde Acrylamid in hohen Konzentrationen gefunden. Der Stoff Acrylamid ist krebserregend und schädigt das Erbgut. Es entsteht beim starken Erhitzen von Nahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Mehlen.

B

BSE-erkrankte Rinder
Durch den Vertrieb von infektiösem Tier- und Knochenmehl hat sich die Rinderkrankheit BSE in Europa ausgebreitet. In Deutschland wurde im Jahr 2000 der erste BSE-Fall entdeckt, die Regierung verhängt infolge ein totales Tiermehlverbot und führt bundesweite BSE-Tests ein.

Blei im Brotgetreide
2002 wurden in Roggen und Getreide eines Großhändlers aus Brandenburg Rückstände von Blei, Diesel, Öl und Schmierstoffen gefunden. Das Getreide mit den giftigen Rückständen wurde an zahlreiche Abnehmer wie Bauernhöfe, Großbäckereien und Backmittelhersteller in der Bundesrepublik verkauft und gelangte in den Handel.

Benzol im Babybrei
Im April 2009 fand Öko-Test in 14 Gläschen mit Baby-Gemüsebrei Keimzellen schädigendes Benzol und krebserregendes Furan. Benzol ist bekannt als Benzinbestandteil und Luftschadstoff sowie als Ausgangsstoff für diverse Chemikalien. Furan bildet sich bei hohen Temperaturen und durch die Mischung mit Kohlenhydraten, Aminosäuren, Vitamin C und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Skandal: Schon seit 2004 ist bekannt, dass Furan in Babynahrung stecken kann. Jahrelang wurde dies ignoriert, gesetzliche Grenzwerte wurden nicht festgelegt. Laut Herstellern sind die Mengen an Furan und Benzol, die sich bei der Zubereitung bilden, „unvermeidbar".

Benzol in Fruchtsäften
Medienberichten zufolge wurden in 33 von 64 Proben von Fruchtsäften Spuren von Benzol gefunden. Benzol darf in Lebensmitteln nicht vorkommen, es wird nur zur Herstellung einiger Industriechemikalien verwendet. Benzol handelt sich um einen hochgiftigen Stoff, der krebserregend ist und das Erbgut schädigt.

C

Chemikalien in Gemüsesäften 
In verschiedenen Obst- und Gemüsesäften wurde die Chemikalie ITX gefunden. Der Stoff ITX (Isopropylthioxanthon) ist eine Chemikalie, die in Verpackungen von Lebensmitteln vorkommen kann. Laut einer US-amerikanischen Studie verursacht ITX aber Ausschläge an Kopf und Hals, sobald man in Kontakt mit Sonnenlicht kommt.

D

Dioxin im Lachs 
In Lachs aus europäischen Zuchtfarmen wurden 2004 hohe Konzentrationen von Dioxinen und PCB gefunden. Das Gift Dioxin schädigt unter anderem das Immunsystem und kann zu Diabetes führen. PCB zählt zu den giftigsten Substanzen, die es weltweit gibt. Es kann Krebs erzeugen und schädigt das Nervensystem sowie das Immunsystem.

E

EHEC
Das EHEC-Bakterium ist eigentlich ein alter Bekannter: Immer wieder gerät es ins Zentrum der Aufmerksamkeit, weil es Durchfallerkrankungen auslöst. So kontaminiert das „Enterohämorrhagische Escherichia coli" häufig auch Gewässer, Badeteiche beispielsweise oder Seen mit geringem Wasseraustausch, wenn verunreinigte Düngemittel ins Wasser gelangen und Badegäste Wasser schlucken. Üblicherweise infizieren sich Menschen über Tierkot oder durch mit Tierkot verseuchte Lebensmittel mit dem Erreger. Überträger sind vor allem Wiederkäuer, allen voran Rinder. Deshalb wurden frühere Infektionsfälle vor allem durch nicht pasteurisierte Milch oder nicht durchgegartes Fleisch beobachtet. Im Jahr 2011 waren verunreinigte Sprossen Schuld an der Ausbreitung des EHEC-Keims.

F

Frostschutzmittel im Wein
Schon etwas länger her - 1985 - doch immer noch ein Aufreger: In österreichischem Wein wurde das Frostschutzmittel Diethylenglykol entdeckt. Kriminelle Abfüller hatten in Absprache mit Großhändlern Billigweine damit versetzt, um ihnen das süßliche Bouquet einer Spätlese, Auslese oder Beerenauslese zu verleihen. Das Gift tauchte auch in deutschen Weinen auf. Die Weingesetze wurden danach verschärft.

G

Gen-Soja in Nuss-Nougat-Creme 
In einer Öko-Test -Untersuchung wurden 22 Schokocremes getestet. Teilweise enthielten die Produkte Spuren von Gen-Soja und einem gefährlichen Fettschadstoff (3-MCPD-Fettsäureester) - beispielsweise die Sugar Kiss Nuss-Nougat-Creme von Netto. In Tierversuchen verursachte dieser Schadstoff Veränderungen an der Niere und gutartige Tumore. Gen-Soja konnte in der Choco Nussa Nuss-Nougat-Creme von Lidl und der Nusspli Nuss-Nougat-Creme von Zentis nachgewiesen werden. Langfristige Auswirkungen sind nicht bekannt, man fürchtet allerdings, dass vermehrt Allergien und Antibiotikaresistenzen auftreten könnten.

Glyczerin im Wein
Vor drei Jahren wurde in spanischen Wein Glyzerin gefunden. Die Verwendung von Glyzerin verfälscht den Geschmack, so dass der Wein edler schmeckt, als er tatsächlich ist. Dies verstößt gegen die Weinordnung. Der Einsatz des Stoffes in Lebensmitteln hat aber keine gesundheitlichen Auswirkungen.

Gammelkäse
Im Sommer 2008 wurde bekannt, dass 11 000 Tonnen verdorbener Käse aus 40 italienischen, deutschen, österreichischen und britischen Milchbetrieben mit frischen Produkten vermengt und in den Handel gebracht wurden - auch in Deutschland. Vier Firmen, drei in Italien, eine in Woringen bei Memmingen (Allgäu) verkauften das Zeug als frisch. Der Käse enthielt in einigen Fällen bereits Würmer, Mäusekot, Farbe von Etiketten oder Rückstände wie Plastik und wurde zu Mozzarella, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet.

Gammelfleisch
Es wird bekannt, dass ein Fleischgroßhändler aus Bayern tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz importiert hat und diese als Nahrungsmittel weiterverkauft hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betrieb und findet noch zwei weitere Betriebe in Bayern, die Gammelfleisch vertrieben haben. Es handelt sich um Abfälle, die eindeutig als „nicht für den menschlichen Verzehr geeignet" gekennzeichnet waren. Eine Rückholaktion startet viel zu spät, so dass große Mengen Gammelfleisch im Handel und letztendlich auf den Tellern der Verbraucher landen. Die betroffenen Betriebe werden von den Behörden geschlossen.


Gift-Schnitzel aus Irland
Wegen erhöhter krebserregender Dioxin-Werte forderte die Bundesregierung im Dezember 2008 den Handel auf, irisches Schweinefleisch vom Markt zu nehmen. Grund waren bis zu 200-fach erhöhte Werte des Stoffes, die bei Kontrollen in Irland ermittelt wurden.

H

Hormone im Fruchtsirup
2002 wurde in Belgien das verbotene Hormon MPA in Erfrischungsgetränken gefunden. Auch nach Deutschland wurde belasteter Fruchtsirup geliefert. Das Hormon wirkt zeugungshemmend und wird daher in Anti-Baby-Pillen verwendet. Für den Einsatz in Lebensmitteln und in der Tiermast ist es in der EU verboten. Hohe Dosen des Hormons sind stark gesundheitsschädlich.

K

Keime in Butter
Ende 2008 untersuchten Stiftung Warentest 35 ungesalzene Butter-Marken. Ergebnis: Jede vierte war mangelhaft! Die Tester fanden bei der mikrobiologischen Untersuchung zu viele unerwünschte Keime - oder zu wenig nützliche, die in der Butter enthalten sein sollten. Die Butter-Proben von Aldi (Nord/Süd), Greenfields, Plus und der Molkerei Schrozberg enthielten zu viele coliforme Fäkal-Keime.

Klon-Fleisch
Klon-Fleisch wurde im Juni 2009 von der EU-Kommission offiziell erlaubt. Klon-Fleisch ist das Fleisch eines geklonten Tieres. Zwar gab es bisher keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung der Bevölkerung, aber die gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs sind bisher vollkommen ungeklärt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich für weitere Studien zum Thema ausgesprochen.

L

Listerin-Käse
Ende Januar 2010 waren Käsesorten des Herstellers Prolactal aus Österreich aus den Supermarkt-Regalen genommen worden. In dem Käse waren erhöhte Listerien-Werte festgestellt worden. Zwei Deutsche und sechs Österreicher starben, mindestens 16 Menschen wurden vergiftet und mussten behandelt werden.

M

Mogel-Schinken
528 Lebensmittel-Proben bei Gastronomie, Handel und Herstellern in Hessen wurden seit 2006 durchgeführt. Fazit: In fast jedem dritten Fall wurden Schinkenimitate auf Pizza und Nudeln gefunden! Diese haben nur einen geringen Fleischanteil und bestehen zum großen Teil aus schnittfestem Stärke-Gel, in das kleine Fleischstücke eingebettet sind. Im Vergleich zu echtem Schinken ist beim Mogel-Schinken der Fremdwassergehalt sehr hoch, der von tierischem Eiweiß hingegen extrem niedrig.

N

Nikotin in Hühner-Eiern
Im April 2006 wurden Spuren von Nikotin in Hühnereiern gefunden. Bei vorübergehendem Verzehr ist dies nicht schädlich, dennoch dürfen Eier kein Nikotin enthalten. Nikotin wird ausschließlich in leeren Ställen angewendet, um Milben zu bekämpfen.

Nitrofen im Bio-Getreide
In Deutschland wurde Bio-Getreide im großen Stil mit Nitrofen vergiftet. Das Getreide wurde als Futtermittel genutzt, so dass Bio-Eier und Bio-Geflügel infolge dessen auch vergiftet waren. Nitrofen ist ein Unkrautvernichtungsmittel, dessen Anwendung verboten ist. Es ist krebserregend, schädigt das Erbgut und greift in den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers ein.

P

Pflanzenschutzmittel in Salatgurken 
Laut Öko-Test ist ein Großteil der Gurken aus Supermärkten und Discountern mit Rückständen von Pflanzenschutzgiften belastet. 20 unterschiedliche Pestizide fanden die Tester im März 2009 - bis zu sieben Wirkstoffe allein in einer einzigen Probe. Am schlechtesten schnitten Gurken vom Discounter Netto ab. Hier lag der Wert sogar über der gesetzlichen Höchstmenge.


Pflanzenschutzmittel im Grünen-Tee
Bis zu 23 verschiedene Pestizide pro Teesorte wurden bei einer Öko-Test-Untersuchung im Oktober 2008 gefunden. Besonders die als gesund geltenden grünen Teesorten waren stark mit Schadstoffen verunreinigt - die Grenzwerte mehrerer Pflanzenschutzmittel wurden überschritten. Tipp: Tees aus China meiden, dort werden Pestizide großzügiger versprüht als in anderen Anbaugebieten.


Pestizide auf Obst und Gemüse
Greenpeace untersuchte im August 2008 wiederholt Obst und Gemüse auf illegale und gesundheitsschädliche Stoffe. Das alarmierende Ergebnis: Die Früchte sind oft über den Grenzwert mit Giften vollgepumpt. Besonders betroffen: frische Kräuter, Himbeeren, Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren.

S

Schweinemast-Skandal
Tierärzte geben bundesweit illegal Arzneimittel an Schweinemastbetriebe weiter. Die eingesetzten Hormone, Impfstoffe und Antibiotika sollen eine schnellere Mast ermöglichen - auf Kosten der Verbraucher, denn bei Menschen kann dies zu Resistenzen gegen Medikamente führen.


Säuglingsnahrung mit Bakterien verseucht
Kontrolle der bayrischen Behörden finden das gefährliche Bakterium Enterobacter Sakazakii in Säuglingsnahrung der Firma Bebivita. Die Firma startet umgehend eine Rückrufaktion, weil durch das Bakterium gefährliche Infektionen ausgelöst werden können. Auch die Firma Milupa und die Drogerie-Kette dm rufen wenig später eigene Produkte zurück.

U

Uran im Mineralwasser
2006 und 2009 wurde in verschiedene Sorten von natürlichem Mineralwasser Uran, Bor und Arsen gefunden. Alle drei Schwermetalle sind gesundheitsgefährdend.

Überlagertes Hackfleisch
In Supermärkten in Niedersachsen fanden Kontrolleure Hackfleisch, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten war, neu verpackt und wieder ins Regal gelegt wurde.

V


Vergiftetes Milchpulver
Mehrere große chinesische Molkereien panschten ihre Milch mit der giftigen Chemikalie Melamin (täuscht einen höheren Proteingehalt vor). In China starben sechs Neugeborene, rund 300 000 Kinder erkrankten. Die verseuchte Milch ging an Hersteller von Milchpulver, darunter auch die Firma „Sanlu", Marktführer in China. Kontrolleure fanden Melamin in Produkten von weiteren 22 Herstellern! In Deutschland gab es keine Fälle - keine chinesischen Unternehmen sind hier zugelassen.


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