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Nebenkostenabrechnung - was muss ich beachten?

Quelle: Fotolia.de/Ulf Gähme

Wohnen in Deutschland ist ein teurer Spaß. Die Kaltmiete ist meistens schon hoch genug. Was die Wohnung „warm" tatsächlich kostet entscheidet sich meistens erst NACH der ersten Nebenkostenabrechnung. Die Abschläge sind nämlich oft zu niedrig angesetzt.
In diesen Tagen verschicken viele Vermieter wieder die Nebenkostenabrechnungen. Und davon ist ungefähr jede dritte falsch, sagt der Mieterschutzbund.

Wir klären die wichtigsten Fragen

Quelle: Fotolia.de/Doc RaBe

Was darf in den Nebenkosten enthalten sein?

Grundsätzlich dürfen Vermieter nur folgende Posten abrechnen, und diese auch nur, wenn sie im Mietvertrag vereinbart worden sind:

Heizung, Wasser- und Abwasserkosten, Straßenreinigung und Müllabfuhr, Aufzug, Hausmeister, Haus- und Gartenpflege (zum Beispiel: Putzkräfte, Schornsteinreinigung), Fernsehen (Antenne oder Kabel) Ungezieferbekämpfung und Gartenpflege, Hausbeleuchtung oder Wascheinrichtungen), Steuern und Versicherungen (Zum Beispiel Grundsteuer Haftpflichtversicherungen oder Versicherungen gegen Sturm- und Wasserschäden) und sonstige Kosten (Zum Beispiel für Schwimmbad und Sauna im Haus). Hier gibt es weitere Infos.

 

Wie muss der Vermieter abrechnen?

Natürlich hat auch der Vermieter Pflichten. Die Abrechnung muss spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraums bei Ihnen eingetroffen sein. Ansonsten müssen Sie, als Mieter, gar nichts zahlen. 

Laut Bundesgerichtshof muss die Abrechnung folgende Mindestangaben enthalten:

Abrechnungszeitraum, Zusammenstellung der Gesamtkosten, den Verteilerschlüssel, die Berechnung des Kostenanteils für den einzelnen Mieter und den Abzug der vom Mieter geleisteten Vorauszahlungen.

 

Typische Fehler bei der Abrechnung?


Die Kosten für leer stehende Wohnungen wurden nicht abgezogen.

In Ihrem Haus sind mehrere Wohnungen schon seit Jahren nicht vermietet. Ihr Vermieter ist der Meinung, dass diese Wohnungen bei der Gesamtwohnfläche nicht mitzählen - und lässt Sie auf diese Art und Weise für die leer stehenden Wohnungen mitzahlen, denn Kosten für Grundsteuer, Schornsteinfeger und so weiter fallen ja in jedem Fall an. Das geht nicht: Ihr Vermieter darf in diesem Fall die anteiligen Kosten nicht auf die anderen Mieter umlegen, sondern muss sie selbst tragen.

Ihr Vermieter rechnet Verwaltungs- und Reparaturkosten ab

Das geht nicht. Egal, was in Ihrem Mietvertrag steht: Für Reparatur- und Verwaltungskosten müssen Sie nichts zahlen. Ganz ähnlich ist es bei den so genannten Vollwartungsverträgen, wie sie immer häufiger für den Fahrstuhl oder die Heizungsanlage abgeschlossen werden. Ist in Ihrem Haus beispielsweise eine Firma für Wartung, Störungsbeseitigung und technische Überwachung des Fahrstuhls zuständig, können zwar die reinen Wartungskosten umgelegt werden, die Kosten für Reparaturen müssen jedoch abgezogen werden.

Die Nebenkosten wurden falsch umgelegt

Einer der beliebtesten Fehler: Die Aufteilung stimmt nicht. Heizkosten müssen nach Verbrauch abgerechnet werden. Bei allen anderen Posten, kann auch nach Wohnfläche oder Personenzahl abgerechnet werden. Wenn im Mietvertrag nichts geregelt ist, wird in der Regel nach Quadratmetern abgerechnet.

 

Wie kann ich meine Abrechnung prüfen?

Lesen Sie ihre Abrechnung ganz in Ruhe durch - nicht nur das Ergebnis. Viele Mieter geben sich damit zufrieden, wenn sie eine Rückzahlung bekommen. Aber auch dann können Nebenkostenabrechnungen falsch sein. Vergleichen Sie ihre Abrechnung mit Abrechnungen aus den Vorjahren. Prüfen Sie, ob alle Posten auch im Mietvertrag vereinbart worden sind und rechnen Sie selbst nach, ob die Summe am Ende stimmt.

In der Regel sollte die Abrechnung so aussehen, dass ein durchschnittlich gebildeter Mieter, ohne juristisches oder betriebswirtschaftliches Fachwissen, in der Lage ist, die Abrechnung zu verstehen. Wenn das nicht der Fall ist oder Ihnen Fehler aufgefallen sind, können Sie Einsicht in die Originalunterlagen fordern. Diese können Sie von einem Experten prüfen lassen.

Sie haben ein Jahr lang Zeit Einwände gegen die Nebenkostenabrechnung vorzubringen.

 

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Hilfe brauche?

Es gibt drei Möglichkeiten:

1. Anwalt (für Miet- und Wohnungseigentumsrecht)

2. Verbraucherzentrale

3. Mieterschutzverein


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