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US-Präsidentschaftswahl 2012

+++Barack Obama bleibt mit 303 Stimmen Präsident der USA!+++

Flash ist Pflicht!

Das Rennen um das Weiße Haus geht in die ganz heiße Phase. Am Dienstag wird der neue US-Präsident gewählt.

Foto: Alex_Mac - Fotolia

Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney haben in den letzten Tagen noch mal alles gegeben, um bei der Wahl am Dienstag (6.11) als Sieger durchs Ziel zu gehen. Klar ist: Am Tag vor der Abstimmung bleibt es bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Internet-Plattform RealClearPolitics, die einen Durchschnitt der wichtigsten Umfragen errechnet, sieht Präsident Obama mit hauchdünnen 47,8 zu 47,3 Prozent vorn. Obama liegt auch in sechs der neun am stärksten umkämpften Swing States vorn, darunter in Ohio. Für Obama ist das ein wichtiger Staat, denn seit Jahrzehnten gilt die Faustregel: Wer Ohio gewinnt, hat den Wahlsieg so gut wie gewonnen. 

Barack Obama wird den Wahltag am Dienstag in seiner Heimatstadt Chicago verbringen. Herausforderer Romney will in Boston sein.

Kompliziertes Wahlsystem

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Das Wahlsystem in den USA ist kompliziert und langwierig. Insgesamt dauert die ganze Prozedur ein Jahr und kostet Unmengen von Geld.
Nach den Vorwahlen und dem Wahlkampf, wird traditionell am ersten Dienstag nach dem 1. November gewählt - diesmal der 6. November. Wählen darf jeder US-Staatsbürger, der mindestens 18 Jahre alt und nicht vorbestraft ist. Wer an der Wahl teilnehmen will, muss sich vorher registrieren lassen. Eine Wahlbenachrichtigung wie in Deutschland gibt es nicht, da es in den USA keine Einwohnermeldeämter gibt.

Indirekte Wahl

Das Volk entscheidet am 6. November nur indirekt über den Präsidenten. Die US-Bürger bestimmen zunächst die 538 Wahlmänner (Delegierte aus den 50 Bundesstaaten). Die Mitglieder dieses "Electoral College" geben dann am 17. Dezember ihr Votum für das Präsidentenamt ab. Sie richten sich dabei nach der Entscheidung der Wähler in ihrem Bundesstaat. Am 6. Januar werden die Stimmen von Senat und Repräsentantenhaus ausgezählt. Mindestens 270 Stimmen - eine mehr als die Hälfte von 538 Wahlmänner - sind nötig, um Präsident zu werden. Am 30. Januar legt der neue Präsident dann seinen Amtseid ab.

In diesem Video wird das US-Wahlsystem einfach erklärt:

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Die Angst vor einem Patt

Weil das Präsidentschaftsrennen so knapp ist, könnte das komplizierte Wahlmännersystem am Ende einen Gleichstand (sog. Patt) hervorbringen. Obama und Romney hätten dann von den 538 Stimmen der Wahlmänner jeweils 269 Stimmen. In diesem Fall muss der Kongress entscheiden. Der Kongress setzt sich aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus zusammen. Würde es dazu kommen, würden das Repräsentantenhaus mit seiner Republikaner-Mehrheit wohl für Romney stimmen - der Senat, wo der Vizepräsident gewählt würde, haben die Demokraten das Sagen. Sie würden Demokrat Joe Biden wählen, der dann weiterhin Vizepräsident bleiben würde.

Die Entscheidung klingt zwar zunächst absurd, ist aber angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten denkbar. Wahlmathematiker verbuchen die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Patt kommt, bei unter einem Prozent.

In diesem Video wird die Patt-Situation ausführlich erklärt:

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US-Wahl - Links
  • Alle wichtigen Begriffe rund um die Präsidentschaftswahl haben wir in unserem ABC der US-Wahlen noch einmal zusammen gefasst.

  • Ganz amerikanisch: Wer die Präsidentschaftswahl 2012 in ganz appetitlichen und leichtverständlichen Bildern verfolgen möchte, kann das hier tun.

  • Zwei Präsidentschaftskandidaten - Zwei Kreuze? Leider ist das Wählen in den USA nicht ganz so einfach. Wie ein Wahlzettel in den USA aussieht, sehen Sie hier.
  • Wer den Überblick über die US-Wahlnacht behalten möchte, kann das mit der Election 2012-App tun. Die App aktualisiert sich alle 15 Minuten mit den neusten Nachrichten rund um die Wahl neu.

Pannen und Probleme rund um die US-Wahl

Kurz vor der Entscheidung um die Präsidenschaftswahl geht in den USA die Angst vor Wahlbetrug um. Als 2000 Al Gore gegen Georg W. Bush antrat, hatten manipulierte und programmierte Wahlcomputer in Florida zu einem Eklat und zu einer juristischen Auseinandersetzung der Präsidentschaftskandidaten geführt. Am Ende entschied der Oberste Gerichtshof, dass Bush US-Präsident bleibt, obwohl Demokrat Al Gore die Stimmenmehrheit hatte. Ihm fehlte jedoch die Mehrheit der Wahlmänner.

Die Geschichte könnte sich jetzt wiederholen. Mitt Romney liegt, was die Stimmenmehrheit angeht vorne, während Obama über eine deutliche, stabile Mehrheit bei den Wahlmännern verfügt. Obama könnte also Präsident bleiben, auch wenn Romney die absolute Mehrheit der Stimmen erhält.

Vor allem bei so einer knappen Wahl, darf bei der Auszählung nichts falsch laufen. Aber:

Nicht alles läuft nach Plan

Falsche Stimmzettel, kaputte Computer, überlastete Wahllokale, verschollene Stimmzettel - alle vier Jahre gibt es neue Pannen. Schon jetzt läuft nicht alles nach Plan:

  • Software: Computerexperten warnen vor einer möglicher Manipulation der Software, die das Wahlresultat beeinflussen könnten.
  • Wahlcomputer: Die Wahlcomputer stehen in der Kritik, weil sie berüchtigt sind für Ausfälle und Zählfehler.
  • Wahlkarten: Rund 27.000 Fernwahlkarten in Florida müssen wegen eines Design-Fehlers per Hand erfasst werden.
  • Irreführung: Die Tea-Party-Gruppe "True the Vote" ist berüchtigt dafür, die Wahllisten in Bezirken mit demokratischen Wählern nach Schreibfehlern zu durchkämmen, um die Betroffenen beim Abstimmen zu hindern. In Virginia wurde ein Mann festgenommen, weil er tausende Wählerregistrierungen vernichtet haben soll. In Florida bekamen Wähler Drohschreiben, in denen ihre Staatsangehörigkeit und damit ihre Wahlberechtigung angezweifelt wurden - zu unrecht.
  • Sandy: Viele Wahlbezirke und Wahllokale sind weiterhin ohne Strom. Die Benzinknappheit könnte außerdem dafür sorgen, dass viele Amerikaner nicht zu den Abstimmstätten kommen. In New Jersey dürfen die Leute nur per E-Mail oder Fax wählen - eine völlig unerprobte Methode. In New York werden provisorische Wahllokale eingerichtet, teils in Zelten oder Militärlastwagen.

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