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Das ABC der US-Wahlen

A wie...

Das Thema Abtreibung ist in jedem Präsidentschaftswahlkampf ein zentrales Thema. Seit 1973 ist Abtreibung in allen Bundesstaaten der USA erlaubt. Von Abtreibungsgegner wird das Urteil allerdings regelmäßig in Frage gestellt. Das Thema dient vor allem dazu, um zu zeigen, wie "konservativ" oder "liberal" ein Kandidat ist.

C wie...

Cancus ist eine Form der Vorwahl in den USA: Eingetragene Parteimitglieder versammeln sich in Kneipen, Schulen oder Scheunen, um über die Kandidaten zu diskutieren und abzustimmen. Gewählt werden Delegierte für den Nominierungsparteitag, auf dem der Präsidentschaftskandidat endgültig nominiert wird.

D wie...

Delegierte werden bei den Vorwahlen bestimmt. Es gibt gebundene, ungebundene und Super-Delegierte. Gebundene müssen für einen bestimmten Kandidaten stimmen, ungebundene können ihre Stimme frei vergeben. Um Präsidenschaftskandidat zu werden, braucht ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte.

E wie...

Der Election Day ist der sogenannte Wahltag in den USA. Traditionell ist der Election Day seit über 160 Jahren alle vier Jahre der Dienstag nach dem ersten Montag im November. 2012 ist es der 6.
Electoral College Der Präsident wird nicht unmittelbar vom Volk gewählt, sondern über die Wahlmänner und -frauen. Je nach Größe entsenden die Bundestaaten zwischen 3 und 55 Personen ins Electoral College. Das Gremium besteht derzeit aus 538 Personen. Vertreten sind ausschließlich die 50 Bundesstaaten sowie der Hauptstadtbezirk Washington D.C. Gleichzeitig gilt das Mehrheitswahlrecht: Jeder Bundesstaat entsendet nur Wahlmänner und -frauen einer einzigen Partei ins Electoral College. Theoretisch sind die Wahlmänner und -frauen frei in ihrer Wahl. In der Praxis sind sie jedoch an das Votum ihrer Wähler gebunden.

G wie...

Grand Old Party ("Große alte Partei") Bezeichnung für die US-Republikaner seit dem späten 19. Jahrhundert.
Die Gesundheitsreform war 2010 das wichtigiste innenpolitische Projekt von Barack Obama. Kernstück der Reform ist die ab 2014 geltende Vorschrift, dass jeder US-Bürger eine Krankenversicherung abschließen muss. Was in Europa ganz normal ist, empfinden konservative Amerikaner, allen voran die Tea Party, in jedem Fall aber als ungehörige Einmischung des Staates in ihre privaten Angelegenheiten.

H wie...

Für die Homo-Ehe gilt das Gleiche wie für die Abtreibung. Mit dem Thema ist es leicht, die Stimmen von konservativen Wählern einzusammeln. Vor allem Rick Santorum machte ordentlich Stimmung gegen Homosexuelle. Mittlerweile haben 30 Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe ausdrücklich verboten.

I wie...

Der Inauguration Day ist der Tag der Amtseinführung. Früher war es der 4. März, nun jedoch schon seit Jahrzehnten der 20. Januar. 2013 aber ist es allerdings ein Sonntag, deshalb ist die Amtseinführung einen Tag später.

K wie...

Kalifornien ist ein Staat mit sehr großen Sympathien für Obama. Ein Sieg in dem Bundesstaat gilt als sicher. Ähnlich wie Deutschland: Nach der jüngsten Umfrage würden hierzulande 87 Prozent für Obama und nur 5 Prozent für Romney stimmen.

O wie...

Barack Obama ist seit 2009 US-Präsident und 2012 der Kandidat der Demokraten für die Präsidenschaftswahl. Auch als Amtsinhaber muss Obama die übliche Serie von Vorwahlen durchlaufen. Gegen ihn kandidieren ein paar wenig bekannte Figuren, darunter der radikale Abtreibungsgegner Randall Terry, der so Aufmerksamkeit erregen will, sowie der Aktionskünstler Vermin Supreme, der grundsätzlich einen Stiefel als Kopfbedeckung trägt.

P wie...

Präsident-elect: So heißt der Wahlsieger in der Zeit zwischen den Präsidentschaftswahlen und der Amtseinführung am 20. Januar.

R wie...

Mitt Romney ist Millionär, Mormone und Ex-Gouverneur von Massachusetts. Romney bewarb sich bereits 2008 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, unterlag jedoch gegen John McCain. Auch 2012 hatte er mit dem Ruf zu kämpfen, er sei zu "liberal". Erst sehr spät setzte Romney sich gegen seine Mitbewerber durch.
RealClearPolitics ist eine wichtige Internet-Seite mit den allerneuesten Umfragen, die daraus auch den Durchschnitt errechnet. Hier bleibt man immer auf dem neuesten Stand.

S wie...

Ein Swing State ist ein Bundestaat, in dem der Wahlausgang noch absolut offen ist. Auf sie konzentrieren sich die Kandidaten im Wahlkampf. In den weitaus meisten Bundesstaaten steht das Ergebnis der Präsidentschaftswahl schon lange vor dem Wahltermin fest. Swing States heißen auch rote oder blaue Staaten, weil sie immer für die roten (republikanischen) oder blauen (demokratischen) Kandidaten stimmen. Klassischerweise sind der Süden und der mittlere Westen rot, der Nordosten und die Westküste blau. Eine Übersicht gibt es hier.

T wie...

Die Tea Party entstand nach der Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten. Inhaltlich richtete sie sich zunächst gegen die Bankenrettung, später vor allem gegen die Gesundheitsreform. Die Tea Party ist gegen jeder Form von staatlicher Initiative. Der Name "Tea Party" bezieht sich auf die Boston Tea Party aus dem Jahr 1773, als Amerikaner im Hafen der Stadt Boston drei Ladungen Tee von britischen Schiffen ins Wasser warfen, um gegen Importzölle zu protestieren. Die heutige Tea Party ist eine extreme Version der republikanischen Partei, der sie sich angeschlossen hat.
In fast allen Staaten gilt das "The Winner takes it all"-Prinzip. Das heißt: Alle von einem Bundesstaat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an. In Nebraska und Maine gilt das Prinzip nicht, die Wahlmännerstimmen könnten auch aufgeteilt werden.

V wie...

Der Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, der "Running Mate", wird vom Präsidentschaftskandidaten frei bestimmt. Die US-Verfassung schreibt vor, dass der Vizepräsident mindestens 35 Jahre alt und als US-Bürger zur Welt gekommen sein muss. Zudem darf er nicht aus demselben Bundesstaat kommen wie der Präsident.

W wie...

Die Wahlbeteiligung: Zu den Präsidentschaftswahlen geht gut die Hälfte der Wahlberechtigten. 2008 waren es 56,8 Prozent. Die geringste Beteiligung an einer Präsidentschafswahl in den USA gab es 1996 mit 49 Prozent (Bill Clinton gegen Bob Dole). Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den USA anders als in Deutschland keine Wahlbenachrichtigungen verschickt werden. Wer wählen will, muss sich registrieren lassen, also selbst bereits vor der Wahl aktiv werden.


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