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Die Schenkregeln

Schenken und beschenkt werden. Für Viele ist es das Schönste - gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Doch auch dafür gibt es Regeln. Korruption ist beispielsweise immer wieder ein Thema. Was darf ich dann überhaupt annehmen und was darf ich geben? Und wann wird's bedenklich?

 

Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

 

 

 

Generell gilt:

Als Privatperson dürfen Sie so viel annehmen, wie Sie bekommen/wollen. Angestellte sollten sich vorab bei Ihrem Arbeitgeber erkundigen, wie die Regelungen in Ihrem Unternehmen sind. Manche Behörden und Unternehmen haben strenge Regelungen. Es gibt aber auch Unternehmen, in denen größere Geschenke erlaubt sind.

Was darf ich schenken?

Der Postbote kommt bei jedem Wetter pünktlich, die Frauenärztin betreut liebevoll den Nachwuchs und die Lehrerin beantwortet jedes Mal alle Extrafragen. Zeit für ein Dankeschön. Wenn Sie schenken möchten: Suchen Sie nur Kleinigkeiten aus. Persönliche Geschenke, wie beispielsweise ein Reiseführer, eignen sich am besten. Geldgeschenke sind verboten. Vor allem, wenn sie mehr wert sind als manch einer in einem ganzen Monat verdient. Wer sie annimmt riskiert damit seinen Job. In der Regel gilt: Das Geschenk darf einen Wert von über 25 € nicht überschreiten.

Wie viel darf ich annehmen?

Bei Beamten oder Angestellten im öffentlichen Dienst (Lehrer, Kindergärtner), in Staatsunternehmen und in vielen großen Firmen (z. B. Siemens, Thyssen Krupp) gilt:

> Geschenke im Wert bis 25 € dürfen Sie annehmen, wenn Sie Ihren Vorgesetzten informieren.
> Geschenke im Wert von mehr als 25 € dürfen Sie nur annehmen, wenn die zuständige Stelle das
   vorher genehmigt.
> Bargeld darf nicht angenommen werden, auch wenn es für die Kaffeekasse ist!

Geschenke ablehnen? – Das macht man doch nicht!

Ein Geschenk ablehnen kann höchst unhöflich und peinlich sein -  für beide Seiten. Wenn Sie etwas geschenkt bekommen, ist das Beste: Höflich und aufrichtig bedanken und das Geschenk zurück geben. Erklären Sie sich: „Ich darf solche Geschenke grundsätzlich nicht annehmen."

Was sind mögliche Folgen?

Wenn Sie Geschenke trotz eines Verbots angenommen haben und nachgewiesen werden kann, dass Sie sich entsprechend beeinflussen lassen, droht Ihnen die fristlose Kündigung. Hinzu kommt eine Strafanzeige wegen Bestechlichkeit. Sie müssen mit einer Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft (Privat) bzw. bis zu fünf Jahren Haft (öffentlicher Dienst) rechnen.

Was ist mit Trinkgeld?

Als Trinkgeld gibt man in Deutschland als Richtlinie 10% der Rechnung. Geldgeschenke sind aber grundsätzlich verboten. Bei Service- und Dienstleistungen darf ich allerdings Trinkgeld geben und annehmen.

Was ist mit Selbstständigen?

Sie dürfen dem alleinigen Inhaber einer Firma auch größere Geschenke machen -  sofern es keine „Bezahlung für eine Leistung" ist. Das würde unter Schwarzarbeit fallen.

Was noch?

> Schicken Sie ein Geschenk immer an die Firmenadresse, nie nach Hause. So wird Nichts vor dem
   Arbeitgeber verheimlicht und der Anschein von Käuflichkeit vermieden.
> Gerade bei gehobenen Positionen wird häufig schon im Arbeitsvertrag geregelt, unter welchen
   Bedingungen Geschenke akzeptabel sind und wo die Grenze erreicht ist. Gibt es keine klare
   Regelung im Arbeitsvertrag, ist das Risiko für solche drastischen arbeitsrechtlichen Konsequenzen
   kleiner. Was nicht heißt, dass dann bedenkenlos alles eingesackt werden sollte.  


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