Corona: Die aktuelle Lage im Vest

Hilfe für Firmen / Aktion Lichtblicke unterstützt Familien / Ruhrfestspiele abgesagt / Über 200 Infektionen im Vest / Erste Todesfälle in Nachbarkreisen / Sicherheitsleute vor Supermärkten

Microbiologe mit einer biologischen Probe, die mit dem Coronavirus kontaminiert ist. Auf der Probe ist das Etikett Covid-19 zu erkennen.
© angellodeco/Shutterstock.com

Städte unterstützen Firmen im Vest

Unzählige Unternehmen machen sich wegen der Corona-Krise Sorgen um ihre Zukunft. Der Bundestag will deshalb heute ein Milliarden-Hilfspaket beschließen - in einem Tempo und in einer Höhe wie nie zuvor: Es geht um 156 Milliarden Euro. Und auch die Städte im Vest wollen den Betrieben hier vor Ort unter die Arme greifen.

Recklinghausen zum Beispiel hat sich mehrere Maßnahmen überlegt. Firmen können ihre Vorauszahlungen bei den Gewerbesteuern für das ganze Jahr auf null Euro setzen. Unternehmen, die bei der Stadt in der Kreide stehen, können ihre Schulden stunden lassen. Das gilt zum Beispiel ohne Prüfung für Gastronomie-Betriebe und Reisebüros. Und für Steuersünder werden Ratenzahlungen angeboten.

Radio Vest hilft betroffenen Familien

Auch wir von Radio Vest wollen helfen und unseren Teil dazu beitragen, dass niemand Pleite geht - mit unserer Aktion Lichtblicke. Ab sofort kann jeder gezielt für Familien in NRW spenden, die ganz besonders von der Corona-Krise getroffen wurden. Oder ihr könnt Hilfe ganz einfach per Mail beantragen. Alle Infos dazu findet ihr auf https://lichtblicke.de/corona-hilfe/

Ruhrfestspiele offiziell abgesagt

Die Recklinghäuser Ruhrfestspiele sind wegen des Corona-Virus abgesagt worden. Das hat der Intendant bestätigt. Die Eindämmung des Virus habe oberste Priorität, heißt es. Deshalb hat der Kreis eine Absage empfohlen. Es wird darüber nachgedacht, das Festival auf den Herbst zu verlegen. Was mit den schon gekauften Tickets passiert, wollen die Veranstalter in den nächsten Tagen auf der Homepage der Ruhrfestspiele bekannt geben. Es werde zum Beispiel die Möglichkeit geben, auf eine Rückerstattung der Ticketpreise zu verzichten - und das Geld damit den Festspielen als Akt der Solidarität zu spenden.

Nachbarkreise melden erste Todesfälle

Hier im Vest ist die Zahl der Corona-Fälle gestern im Laufe des Tages auf 195 geklettert. 22 gelten als wieder gesund. Etwas Sorge bereitet der Blick in unsere Nachbarkreise Borken und Coesfeld. Von dort werden die ersten Todesfälle gemeldet. Gestern zum Beispiel starb in Coesfeld ein 63-jähriger Mann, der positiv auf das Virus getestet worden war - und Vorerkrankungen hatte.

Not macht erfinderisch

Not macht erfinderisch – ist für viele das Motto in diesen Tagen. Man guckt halt, wie man das Beste aus der Corona-Krise machen kann. Vor allem die vielen Restaurants, die schließen mussten – beziehungsweise nur noch essen liefern oder zum Abholen fertig machen dürfen. Das Restaurant „Mutter Wehner“ in Erkenschwick zum Beispiel bietet „Corona-Carepakete“ an. Gerichte, die in einem Vakuum eingeschweißt sind, eine Woche haltbar sind und die man Zuhause nur warm machen muss, sagt Betreiberin Jessica Koppi:

© Radio Vest

Etliche Fitnessstudios bieten ihre Kurse jetzt online an – zum Mitmachen am Bildschirm. Und sogar die Kirchen werden modern in diesen Tagen und streamen ihre Gottesdienste bei YouTube, so wie die Gemeinde St. Peter in Recklinghausen.

Sicherheitsleute vor Supermärkten

Für viele war das beim Einkaufen gestern ein ungewöhnlicher Anblick: Vor einigen Supermärkten im Vest standen Sicherheitsleute und es bildeten sich zum Teil längere Schlangen an den Eingängen. Hintergrund ist ein Erlass der Landesregierung. Der schreibt vor, dass jetzt pro zehn Quadratmeter Ladenfläche nur noch ein Kunde zugelassen wird. Die Sicherheitsleute haben deshalb darauf geachtet, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig im Laden sind. Immer mehr Geschäfte verkaufen bestimmte Waren auch noch in haushaltsüblichen Mengen, denn: Nach wie vor sind viele Regale mit Toilettenpapier, Milch, Nudeln und Mehl wie leergefegt.

Neuer Termin für Grimme-Preisverleihung

Der Grimme-Preis soll im Sommer verliehen werden – und zwar am 21. August. Diesen Termin plant derzeit das Grimme-Institut, berichtet die Marler Zeitung. Anfang Juli will das Grimme-Institut die aktuelle Lage bewerten und entscheiden, ob Gala und Party machbar sind. Die Alternative wäre eine Grimme-Preisverleihung in kleiner oder ganz anderer Form. Eigentlich war die Preis-Verleihung für diesen Freitag im Marler Theater geplant – musste aber wegen der Corona-Krise verlegt werden.

Über 200 Corona-Infizierte im Vest

Die Zahl der Corona-Fälle hat im Vest die Marke von 200 überschritten. Laut Kreis liegt die Zahl der bestätigten Infektionen aktuell bei 222, das sind 27 mehr als gestern. Als gesundet gelten derzeit 32 der positiv getesteten Personen, das sind zehn mehr innerhalb eines Tages. Die meisten Infektionen im Vest gibt es weiter in Dorsten. Dort zählte der Kreis 45 Fälle.

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