Corona: Die aktuelle Lage im Vest

Schwabe hofft auf schnelle Hilfen / 264 Infizierte im Vest / Häftlinge kommen frei

 Ein Corona Test-Set liegt beim Gesundheitsamt auf einem Tisch.
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Schwabe hofft auf schnelle Hilfe

Nachdem der Bundestag das milliardenschwere Corona-Hilfspaket auf den Weg gebracht hat, soll das Geld auch so schnell wie möglich hier im Vest ankommen. Das hofft der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Castrop-Rauxel, Frank Schwabe. Die Milliarden sollen Firmen, Privatpersonen und das Gesundheitssystem entlasten - und die Folgen zumindest abmildern:

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Schwabe sagt, dass sich in seinem Wahlkreisbüro in Castrop-Rauxel gerade etliche Unternehmen melden würden, die um ihre Existenz bangen. Man werde versuchen, so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen.

Zahl der Infizierten steigt weiter

Im Vest zeigt die Kurve mit der Zahl der Coronainfizierten weiter deutlich nach oben. Der Kreis meldet heute Nachmittag 264 bestätigte Fälle - 18 mehr als noch heute Morgen. Trauriger Spitzenreiter im Vest ist weiter Dorsten mit 53 Coronainfizierten. Mittlerweile gibt es zwischen Haltern am See und Castrop-Rauxel aber auch immer mehr Gesundete. Es sind aktuell 49, zehn mehr als heute Morgen. 

Häftlinge kommen frei

90 Häftlinge der JVA Castrop-Rauxel kommen wegen der Corona-Krise vorzeitig auf freien Fuß. Mit der Maßnahme soll im Gefängnisplatz gemacht werden - damit sich nicht mehr so viele Insassen begegnen und gegenseitig anstecken können. Es kommen aber nur Straftäter frei, die sowieso am 31. Juli entlassen worden wären - und: Sie müssen ihre restliche Haftzeit später absitzen. In dem Gefängnis gelten auch strenge Hygiene-Regeln: Die Häftlinge dürfen keinen Besuch mehr bekommen und es gibt keinen Ausgang mehr.

Schüler machen Heimunterricht

Seit fast zwei Wochen haben die Schulen im Vest alle geschlossen. Für die Schüler heißt das aber nicht: Vorgezogene Osterferien. Sondern es steht Heimunterricht auf dem Stundenplan. Je nach Fach und digitaler Möglichkeiten gibt es unterschiedliche Wege, so einen Heimunterricht zu gestalten. Das geht von einfachen Arbeitsblättern, die per Mail verschickt werden - bis hin zu Live-Chats mit den Lehrern. Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern zum Beispiel findet der Chemieunterricht für die Achtklässler quasi in Echtzeit online statt. Viele Schüler können sich auch schon alleine deshalb nicht ausruhen, weil seit gestern klar ist, dass die Abiprüfungen trotz Corona stattfinden werden. Nur wann, ist noch nicht klar - das wird erst morgen entschieden.

Schutzausrüstungen werden knapp

Der Bund hatte auch neue Schutzausrüstungen für die Krankenhäuser bestellt und zum Teil auch schon ausgeliefert - die scheint aber nicht zu reichen. Die Caritas schlägt jetzt Alarm, dass Ärzte und Pfleger zu wenig Masken haben. Die Dattelner Kinderklinik zum Beispiel hat eine Lieferung bekommen, die gerade mal für einen Tag reichen würde. In anderen Krankenhäusern sehe es nicht besser aus. Die Caritas fordert deshalb, dass man in Zukunft einen Vorrat anschafft, falls so eine Pandemie erneut auftreten sollte. Außerdem sollten mehr Atemmasken hier in der Region hergestellt werden, damit man nicht von Lieferanten aus China abhängig sei.

Kostenlos Bücher ausleihen

In Haltern, Dorsten und Recklinghausen können wir ab sofort kostenlos die digitalen Angebote der Stadtbibliotheken nutzen. Die Stadtbibliotheken wollen dazu beitragen, die Einschränkungen im Alltag durch die Corona-Krise etwas erträglicher zu machen. Seit über zehn Jahren gibt es im Kreis die virtuelle Bibliothek mit rund 20.000 eBooks und eAudios zum Herunterladen. Die Anmeldung funktioniert einfach per E-Mail.


stadtbibliothek@dorsten.de oder info@bibi-am-see.de

stadtbibliothek@recklinghausen.de

stadtbuecherei@haltern.de:

Eltern müssen keine Kita-Beiträge zahlen

Eltern im Vest müssen im April keine Beiträge für die Kita, Tagespflege und den offenen Ganztag zahlen. Das hat die NRW-Landesregierung entschieden, sie will so die Familien entlasten. In der Corona-Krise sind seit über anderthalb Wochen Schulen und Kitas geschlossen. Nur für Kinder von Eltern, die in besonders geforderten Berufen arbeiten, gibt es eine Notbetreuung. Diese soll es bald auch an Wochenenden geben.

BVB verzichtet auf Millionen

Die vier deutschen Champions-League-Teilnehmer BVB, Bayern München, Leipzig und Leverkusen spenden in einer Solidaritätsaktion 20 Millionen Euro. Sie wollen damit Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga unterstützen, die besonders unter der Corona-Krise wirtschaftlich leiden. Die vier Clubs verzichten zunächst auf ihren Anteil an nationalen Mediengeldern der Deutschen Fußball Liga für die kommende Saison. Dazu geben die Vereine noch 7,5 Millionen Euro oben drauf. Wie das Geld verteilt wird, soll das DFL-Präsidium entscheiden.

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