Corona: Die aktuelle Lage im Vest

Kontaktverbot soll verlängert werden / Kurzarbeit in hunderten Firmen / Freiwillige nähen Schutzkleidung / NGG befürchtet zu viele Überstunden in Supermärkten / Bezirksregierung warnt vor Betrügern / 417 Infizierte im Vest

Microbiologe mit einer biologischen Probe, die mit dem Coronavirus kontaminiert ist. Auf der Probe ist das Etikett Covid-19 zu erkennen.
© angellodeco/Shutterstock.com

Kontaktverbot soll verlängert werden

Das geltenede Kontaktverbot soll in ganz Deutschland bis mindestens zum Ende der Osterferien verlängert werden. Das steht in einer Vorlage, die Bund und Länder beschließen wollen. Bürger werden darin außerdem aufgefordert, an Ostern auf private Reisen und Besuche von Verwandten zu verzichten. Das Gleiche gelte für Tagesausflüge. Am Dienstag nach Ostern soll erneut über die Lage beraten werden. Hier in NRW gilt das Kontaktverbot sowieso schon bis zum Ferienende - aber auch eine vorzeitige Lockerung ist damit vom Tisch.

Kurzarbeit in hunderten Firmen im Kreis

Über 1.200 Unternehmen im Vest haben schon Kurzarbeit angemeldet. Diese Bilanz haben die Arbeitsagenturen im Kreis gezogen. Berücksichtigt wurden Anmeldungen, die bis vergangenen Freitag eingegangen seien. Zum Vergleich: Während der Finanzkrise 2009 gab es im Vest im ganzen Jahr nur 680 Anträge. Diese Marke scheint sich jetzt schon fast verdoppelt zu haben - auch wenn es sich bei der aktuellen Zahl nur um eine Hochrechnung handele. Man werde die tatsächlichen Anträge abwarten müssen, um genauere Aussagen treffen zu können, heißt es. Firmen, die Kurzarbeit anmelden, bekommen finanzielle Hilfen - und diese sollen auch fließen, verspricht Arbeitsagenturchef Benölken: Er sagt: Wer einen Anspruch hat, erhalte die Leistung, ohne Wenn und Aber.

Freiwillige nähen Schutzkleidung

Immer mehr Schneidereien und private Hobby-Näher im Vest helfen bei der Herstellung von Schutzkleidung mit. In Dorsten stehen zum Beispiel zwei Sammelcontainer, in die man fertige Masken einwerfen kann. In Recklinghausen hat die katholische Frauengemeinschaft 50 selbst genähte Masken an die Tafel übergeben - plus 500 Bausätze zum Selbernähen für die Kunden. In Herten schneidert eine syrische Flüchtlingsfamilie in ihrem Modeatelier Masken und Kittel für die Caritas. Schutzkleidung ist derzeit überall Mangelware. Sie soll vor allem Menschen zugute kommen, die persönlichen Kontakt bei der Arbeit nur schlecht vermeiden können.

NGG befürchtet zu viele Überstunden

Gewerkschafter warnen vor zu vielen Überstunden in den Supermärkten. Sie befürchten, dass viele Arbeitgeber die momentane Situation ausreizen und die Gesundheit der Mitarbeiter gefährden. Mehr als zehn Stunden Arbeit pro Tag seien aber gesetzlich nicht erlaubt, sagt die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten. Hier im Vest arbeiten 3.500 Menschen in der Lebensmittelindustrie. Viele Supermärkte kommen zur Zeit mit dem Einräumen der Regal kaum hinterher.

Bezirksregierung warnt vor Betrügern am Telefon

Die Bezirksregierung warnt vor Betrügern, die sich als Mitarbeiter der Behörde ausgeben. Sie rufen gezielt Unternehmen an, die wegen der Corona-Krise Anträge auf Soforthilfe gestellt haben - und verlangen eine Zahlung von 150 Euro, damit die Hilfe ausbezahlt werden kann. Die Bezirksgregierung weist darauf hin, dass so eine Vorauszahlung nicht erhoben wird - es werden auch keine Bearbeitungsgebühren fällig. Wer so einen Anruf bekommt, soll sich an die Behörde oder direkt an die Polizei wenden.

Aktuelle Corona-Fälle

Die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen im Kreis Recklinghausen beläuft sich aktuell auf 417 (Stand Mittwochnachmittag). Als gesundet gelten inzwischen 134 der positiv getesteten Personen. Es gibt einen Todesfall in Dorsten.

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