Corona: Die aktuelle Lage vor Ostern

Lange Wartezeiten an Wertstoffhof / Auszahlung von Soforthilfen gestoppt / Lehrerverband: Kein Unterrichts-Vollstart nach Ostern / Oster-Gottesdienste diesmal online / Car-Freitag fällt aus / Osterfeuer sind verboten / Altenheimen fehlt Schutzkleidung

 Ein Corona Test-Set liegt beim Gesundheitsamt auf einem Tisch.
© Reto Klar / Funke Foto Services

Lange Wartezeit an Wertstoffsammelstelle

Recklinghäuser sollten derzeit nur in dringenden Fällen ihren Sperrmüll und Grünschnitt zur Wertstoffsammelstelle bringen. Darum bittet die Stadt. Da in der Corona-Krise die Menschen offenbar verstärkt Keller und Dachböden ausmisten und ihre Gärten auf Vordermann bringen, wird aktuell besonders viel Müll zur Sammelstelle gebracht. Die Folge: Die Kunden müssen dort teils über zwei Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. Damit der Stau am Betriebshof nicht zu lang wird, lenken Mitarbeiter der KSR den Verkehr. Mehr als fünf Fahrzeuge gleichzeitig dürfen die Container nicht ansteuern, damit genügend Abstand gehalten werden kann.

Wegen Fake-Seiten: Auszahlung von Soforthilfen gestoppt

Das Land NRW hat die Auszahlung der Soforthilfen für Solo-Selbständige und Kleinunternehmen gestoppt. Grund ist, dass es im Internet zu viele Fake-Seiten gebe, auf die die Leute hereinfallen könnten. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt gefallen, heißt es. Anträge können aber weiter gestellt werden. Wann die Auszahlung fortgesetzt wird, ist noch nicht klar.

Lehrerverband: Keine schnelle Normalität an Schulen

Seit fast vier Wochen sind die Schulen geschlossen - und noch immer ist nicht klar, wie es nach den Osterferien weiter geht. Der Lehrerverband macht wenig Hoffnung, dass schnell wieder Normalität einkehrt. Verbandspräsident Meidinger sagt: Er sei sich sicher, dass es nach den Ferien keinen Unterrichts-Vollstart geben werde. Nach Ostern wollen Kanzlerin Merkel und die Länderchefs über das weitere Vorgehen beraten.

Oster-Gottesdienste diesmal online

An Ostern sind die Kirchen im Vest immer besonders voll. Das geht dieses Jahr nicht, aber wir müssen trotzdem nicht auf die Oster-Gottesdienste verzichten. Jede Menge Gemeinden übertragen ihre Oster-Messen live im Internet - oder zeichnen sie auf und laden sie hinterher zum Angucken hoch. In Marl wird sogar ein Gottesdienst am Sonntag im neuen Autokino gezeigt, sagt Pfarrer Martin Giesler:

© Radio Vest

Eine Übersicht, wann welche Gottesdienste wo übertragen werden, könnt Ihr Euch hier herunterladen:

Car-Freitag fällt diesmal aus

Die Polizei wird morgen ein besonderes Auge darauf haben, dass es keine großen Treffen von Tuning-Fans geben wird. An Karfreitag trifft sich sonst traditionell immer die Tuner-Szene im Ruhrgebiet. Ein beliebter Ort dafür ist das Ewald-Gelände in Herten. Dort werde man Einsätze fahren, um das zu überprüfen, sagte ein Polizeisprecher. Sollte es doch Treffen geben, werde man dafür sorgen, dass sie sich auflösen. Letztes Jahr hatte die Polizei im Vest 382 Autos unter die Lupe genommen. Zehn wurden einkassiert, weil technisch zu viel verändert worden war. Außerdem wurden 157 Raser erwischt.

Osterfeuer sind verboten

© pixabay
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Die Städte haben auch noch einmal darauf hingewiesen, dass Osterfeuer verboten sind. Das ist eine Anordnung des Landes NRW und gilt für alle Städte und Kreise. Mitarbeiter der Ordnungsämter im Vest werden am Osterwochenende unterwegs sein und kontrollieren, dass sich alle an das Kontaktverbot halten. Sollte doch irgendwo ein Feuer brennen, muss mit hohen Bußgeldern und Strafverfahren gerechnet werden, heißt es zum Beispiel aus Marl.

Altenheimen fehlt Schutzkleidung - Preise explodieren

Die Altenheime im Vest haben große Schwierigkeiten, an Schutzkleidung zu kommen. Das Problem ist nicht nur, dass die Ware knapp wird - sondern auch steigende Preise. Durch den blühenden Schwarzmarkt schießen die Kosten für Masken, Handschuhe oder Kittel in die Höhe, sagt Ralf Kirsch - Chef mehrerer Pflegeeinrichtungen im Vest:

© Radio Vest

Kirsch fordert die Bundesregierung deshalb dazu auf, die Preise für Schutzkleidung zu deckeln.

Landtag will Epidemie-Gesetz verabschieden

Der NRW-Landtag will heute das Epidemie-Gesetz verabschieden – mit ein paar wesentlichen Änderungen. Ursprünglich sollten Ärzte und Pfleger zwangsweise zum Dienst verpflichtet werden können. Das ist nach Kritik der Opposition jetzt wohl vom Tisch, stattdessen könnte es ein Freiwilligenregister geben. Außerdem soll das Epidemie-Gesetz für knapp ein Jahr befristet sein. Ministerpräsident Laschet hofft, dass es einstimmig beschlossen wird.

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