
Keine Olympischen Spiele in Recklinghausen
Recklinghausen ist raus - trotz 72,85 Prozent Ja-Stimmen. Die Staatskanzlei NRW hat die Stadt aus der Olympia-Bewerbung gestrichen. Was Bürgermeister Tschersich dazu sagt.
Veröffentlicht: Freitag, 05.06.2026 08:31
Recklinghausen: 72,85 Prozent stimmten für Olympia
Die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen hat am Freitag (05. Juni 2026) bekanntgegeben, dass Recklinghausen nicht länger Teil der Olympia-Bewerbung der Region KölnRheinRuhr sein wird. Damit sind die geplanten Mountainbike-Wettbewerbe auf der Halde Hoheward vom Tisch - obwohl Recklinghausen beim Ratsbürgerentscheid im April ein deutliches Ja-Votum erzielt hatte. Hier hatten 72,85 Prozent in Recklinghausen für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Region KölnRheinRuhr gestimmt. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei über 31 Prozent - das erforderliche Quorum von mindestens zehn Prozent der 88.913 Abstimmungsberechtigten wurde damit deutlich erreicht. Das Ergebnis war für Bürgermeister Axel Tschersich ein klarer Auftrag, die gemeinsame Bewerbung weiter zu unterstützen.
Olympia-Aus: Recklinghausens Bürgermeister Tschersich ist enttäuscht
In der Nachbarstadt Herten wurde das erforderliche Quorum nicht erreicht, weil zu wenige Menschen abgestimmt hatten. Herten hatte als einzige beteiligte Stadt ein abweichendes Verfahren gewählt: Die Abstimmungsunterlagen mussten aktiv angefordert werden. Die Staatskanzlei begründet den Ausschluss Recklinghausens damit, dass der Recklinghäuser Entscheid mit dem Hertener Entscheid gekoppelt gewesen sei. In den Wochen danach hatte Recklinghausen noch Gespräche mit der zuständigen Staatssekretärin sowie mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) als Eigentümer der Halde Hoheward geführt - ohne Erfolg.
„Leider waren unsere Bemühungen am Ende erfolglos. Mir tut es vor allem für die vielen Bürgerinnen und Bürger insbesondere aus dem Sportbereich leid, die sich aufgrund ihres Abstimmungsverhaltens für die Bewerbung ausgesprochen hatten. Ich bedaure die Entscheidung, muss sie aber letztlich akzeptieren, da es sich nun einmal um eine gemeinsame Bewerbung zweier Städte gehandelt hat."
- Axel Tschersich, Bürgermeister Recklinghausen
Mountainbike nach Essen - DOSB entscheidet im September
Die Mountainbike-Wettbewerbe sollen nun auf dem Brammen.Trail in Essen stattfinden. Der Kurs führt über rund sechs Kilometer über die Schurenbachhalde mit der Landmarke „Bramme für das Ruhrgebiet" sowie über die benachbarte Halde Eickwinkel. Ob KölnRheinRuhr überhaupt als deutscher Kandidat ins Rennen geht, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf seiner Mitgliederversammlung am Samstag (26. September 2026). Die finale Entscheidung über die Vergabe der Spiele 2036, 2040 oder 2044 trifft das Internationale Olympische Komitee (IOC).