
Mordverdacht: 17-Jährige aus Castrop aus Litauen überführt
Mitte Juni ist eine 17-jährige mutmaßliche Mörderin aus Castrop-Rauxel in Litauen geschnappt worden - jetzt wurde sie nach Deutschland überführt und sitzt in Untersuchungshaft.
Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2026 04:03
17-Jährige aus Castrop-Rauxel sitzt nach Überführung in U-Haft
Monatelang war sie auf der Flucht, jetzt ist eine 17-jährige mutmaßliche Mörderin aus Castrop-Rauxel nach Deutschland ausgeliefert worden. Sie soll Anfang des Jahres einen gleichaltrigen Schüler heimtückisch mit einem Messer ermordet haben. Letzte Woche wurde sie aus Litauen, wo sie geschnappt wurde, überführt und sitzt inzwischen hier in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess.
Das war im Januar in Castrop-Rauxel passiert
Im Januar (14.01.) war ein 17-jähriger junger Mann an der Wartburgstraße in Castrop-Rauxel an einer schweren Stichverletzung im Halsbereich gestorben. Die Polizei nahm die gleichaltrige Verdächtige zunächst vor Ort fest, musste sie jedoch nach einer ersten Vernehmung wieder entlassen. Zu diesem Zeitpunkt konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich in einer Notwehrsituation gegen einen sexuellen Übergriff verteidigt hatte. Das hatte sie in ihrer Vernehmung angegeben. Die weiteren Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Dortmund führten jedoch zu einer neuen Bewertung der damaligen Ereignisse.
Beweise durch Auswertung von Handydaten
Den entscheidenden Wendepunkt in dem Fall brachten die Auswertungen des Handys der 17-Jährigen. Die Beamten fanden darauf konkrete Hinweise, dass die Tat bereits im Vorfeld geplant gewesen sein soll. Laut den Ermittlungsbehörden besteht der dringende Verdacht, dass die junge Frau den 17-Jährigen ohne rechtfertigenden Grund und heimtückisch mit einem Messer getötet hat. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse erließ das Amtsgericht Dortmund bereits im Januar (23.01.) einen Haftbefehl wegen Mordes. Seit diesem Zeitpunkt lief die Suche nach der flüchtigen Castrop-Rauxelerin auf Hochtouren.
Zugriff der mutmaßlichen Mörderin aus Castrop erfolgte im Juni in Litauen
Monatelang wurde die mutmaßliche Mörderin aus Castrop-Rauxel per europäischem Haftbefehl gesucht. Mitte Juni gelang es dann Zielfahndern aus NRW die 17-Jährige in Litauen festzunehmen. Die Familie des Opfers hatte die Nachricht unter Tränen aufgenommen, wie ihr Anwalt Burkhard Benecken damals Radio Vest sagte. Sie hatte lange gebangt, ob die mutmaßliche Mörderin ihres Sohnes überhaupt jemals gefasst wird und deshalb 20.000 Euro Belohnung ausgesetzt.