RE: Geständnis im Impfarzt-Prozess

Mit einem Geständnis ist der Prozess gegen einen ehemaligen Impfarzt aus Recklinghausen fortgesetzt worden.

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"Ich wollte meinen Patienten nur helfen"

Der Angeklagte hat zugegeben, Patienten reihenweise Corona-Impfungen bescheinigt zu haben, die es gar nicht gegeben hat. Das sei der größte Fehler seines Lebens gewesen. „Ich wollte meinen Patienten nur helfen“, sagte der Mediziner den Richtern unter Tränen. Viele von ihnen hätten große Angst vor den Nebenwirkungen der Impfung gehabt. Nur deshalb habe er die Impfpässe auch ohne Impfung ausgestellt. Heute wisse er, dass sein Verhalten falsch und verantwortungslos gewesen sei.

In Spendenbox kamen über 12600 Euro zusammen

Im Prozess drohen dem Angeklagten drei bis dreieinhalb Jahre Haft. Darauf war sich vor seinem Geständnis geeinigt worden. Als Arzt wird der 66-Jährige wohl nie wieder arbeiten dürfen. Ihm droht neben der Haftstrafe auch ein Berufsverbot. Der Mediziner aus Recklinghausen soll von Juni bis Dezember 2021 Impfdosen vernichtet und gegen Bezahlung gefälschte Impfausweise ausgestellt haben - fast 600 Mal. Den Impfstoff soll er zum Teil vernichtet haben. Seine Mitarbeiterin soll unter anderem die Termine organisiert und den Patienten mitgeteilt haben, was die falschen Impf-Dokumente kosten. Der Betrug hat sich offenbar finanziell gelohnt: In einer Spendenbox, die in der Praxis aufgestellt wurde, sind in einem halben Jahr über 12.600 Euro gesammelt worden.

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