Serie von gesprengten Fahrkartenautomaten im Kreis Recklinghausen

Seit gut vier Wochen häufen sich die Fahrkartenautomaten-Sprengungen im Kreis Recklinghausen. Los ging es in Marl-Hamm, mittlerweile reden wir von einer Serie.

© 7aktuell.de

Fahrkartenautomaten in Marl, Dorsten, Recklinghausen und Haltern gesprengt: Waren es dieselben Täter?

In der Nacht auf Mittwoch (6.12.) ist im Kreis schon wieder ein Fahrkartenautomat gesprengt worden - der mittlerweile vierten Fall, dieses Mal am Bahnhof in Haltern. Die Polizei tappt im Dunkeln. Zu den Tätern ist nichts bekannt. Nur soviel, dass die Sprengungen wahrscheinlich auf das Konto einer Tätergruppe oder eines Täters gehen. Das hat uns eine Polizeisprecherin gesagt. Es gebe einfach zu viele Details, die bei allen Fällen gleich sind: Immer Fahrkartenautomaten, immer Bahnhöfe, immer nachts und dann die enge Taktung, die Häufung der Fälle. Vor dem Halterner Fall am frühen Mittwochmorgen hatte es erst am Sonntag (3.12.) am Bahnhof in Hervest-Dorsten eine Sprengung gegeben. Eine Auffälligkeit: Nachdem die ersten drei Fälle im Abstand von etwa einer Woche auftraten, folgte der letzte nach nur zwei Tagen. Möglicherweise ist da jemand auf den Geschmack gekommen (Anmerkung der Redaktion). Das ist aber natürlich spekulativ.

Motiv der Taten in Marl, Dorsten, Recklinghausen und Haltern bleibt ein Rätsel

Die Serie von Fahrkartenautomaten-Sprengungen ist rätselhaft, weil die Fälle aus Tätersicht kaum Sinn machen. Laut VRR gibt es ein Geldeinfärbe-System. Die Scheine sind also verfärbt und damit unbrauchbar. Es ist daher völlig unerklärlich, warum trotzdem vier Automaten in recht kurzer Zeit im Kreis aufgesprengt wurden. Im gesamten VRR-Gebiet waren es seit Oktober sogar 20. Eine Möglichkeit: Die Täter wollen einfach nur die Automaten zerstören. Das hat auch die Polizei im Hinterkopf. Da würde sich dann die Frage anschließen: Warum zerstören? Vor allem: Warum so ein Aufwand mit Sprengstoff etc., um so viele Automaten einfach nur kaputt zu machen? Im Dorstener Fall am Sonntag wurde das Geld jedenfalls mitgenommen. Die Fälle bleiben dubios. Was wohl feststeht: Einen Zusammenhang zu den auch vermehrt auftretenden Geldautomatensprengungen scheint es nicht zu geben. Davon geht die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Chronologie: Fahrkartenautomatensprengungen im Kreis Recklinghausen

  • 10.11.

In Marl wird in der Nacht ein Fahrkartenautomat gesprengt. Gegen 3.40 Uhr gibt es am Bahnhof Marl-Hamm einen lauten Knall. Ein Zeuge ruft die Polizei, die findet den komplett zerstörten Automaten. Der oder die Täter können flüchten.

  • 19.11.

Am Bahnhof Recklinghausen-Süd wird ein Fahrkartenautomat gesprengt. Gegen halb sechs machen sich Unbekannte an dem Gerät zu schaffen, es gibt einen lauten Knall. Die Täter klauen die Geldkassette und hauen damit ab. Der Automat wird durch die Explosion total zerstört, der Schaden beläuft sich wohl auf mehrere zehntausend Euro.

  • 3.12.

Am Bahnhof Hervest-Dorsten wird ein Fahrkartenautomat gesprengt und die Täter nehmen das Geeld mit. Das Ganze passiert zwischen 3 Uhr 30 und 4 Uhr. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten alle miteinander zusammenhängen.

  •  6.12.

In Haltern am See wird ein weiterer Fahrkartenautomat gesprengt - dieses Mal nach nur zwei Tagen Pause. Die Explosion ereignete sich gegen zwei Uhr in der Nacht. Ob die Täter Beute gemacht haben, steht nicht fest. 

skyline